Eklat nach Schul-Amoklauf Beto O'Rourke unterbricht Pressekonferenz des Gouverneurs von Texas: »Sie tun nichts«

Der prominente Demokrat Beto O'Rourke attackiert den Gouverneur von Texas scharf für dessen Haltung zu den laxen Waffengesetzen im Land. Der örtliche Bürgermeister kontert – und nennt ihn einen »kranken Scheißkerl«.
Unterbrach die Pressekonferenz des republikanischen Gouverneurs von Texas: der Demokrat Beto O'Rourke

Unterbrach die Pressekonferenz des republikanischen Gouverneurs von Texas: der Demokrat Beto O'Rourke

Foto: Chandan Khanna / AFP

Bei einer Pressekonferenz zu dem verheerenden Amoklauf an einer Grundschule im US-Bundesstaat Texas ist es zu einem politischen Eklat gekommen. Der Demokrat Beto O'Rourke unterbrach eine laufende Pressekonferenz des republikanischen Gouverneurs von Texas, Greg Abbott, und kritisierte diesen für seine Haltung zu den Waffengesetzen im Land. O'Rourke, der im November bei der nächsten Gouverneurswahl in Texas als Herausforderer gegen Abbott antreten will, warf dem Republikaner vor, nichts gegen die grassierende Waffengewalt in den USA zu unternehmen. »Sie tun nichts«, kritisierte O'Rourke. »Das ist Ihre Verantwortung.«

»Sie haben gesagt, das war nicht vorhersehbar, aber das war vollkommen vorhersehbar«

Beto O'Rourke, Demokrat

»Sie haben gesagt, das war nicht vorhersehbar, aber das war vollkommen vorhersehbar, wenn Sie sich entscheiden, nichts zu unternehmen«, sagte O'Rourke, der zunächst im Publikum saß und dann zu der Bühne lief, auf der Abbott saß. O'Rourke, ein bekannter Verfechter strengerer Waffengesetze, wird Abbott bei den Gouverneurswahlen im November herausfordern.

Abbott reagierte auf die Vorwürfe nicht, während andere Offizielle O'Rourke zur Ordnung riefen und ihn dazu aufforderten, den Saal zu verlassen. Der Bürgermeister von Uvalde, Don McLaughlin, forderte O'Rourke lautstark auf, den Saal zu verlassen. Er bezeichnete den Demokraten dabei sogar als »kranken Scheißkerl«, der das Schulmassaker politisch instrumentalisiere. O'Rourke verließ nach der verbalen Auseinandersetzung den Raum.

Viele Republikaner vehement gegen Verschärfung der Waffengesetze

Eine Verschärfung der Waffengesetze in den USA scheitert seit vielen Jahren an einer grundlegenden Uneinigkeit zwischen Demokraten und Republikanern in dieser Frage. Während viele Demokraten seit Langem eine substanzielle Verschärfung der Vorschriften für Waffenbesitz im Land fordern, sind viele Republikaner vehement dagegen. Abbott argumentierte auch am Mittwoch, strengere Gesetze seien nicht die Lösung, um Amokläufe wie den jüngsten in Uvalde in Texas zu verhindern. Ein Schütze hatte dort am Dienstag in einer Grundschule 19 Kinder und zwei Lehrer erschossen.

O'Rourke hatte von 2013 bis 2019 für die texanische Grenzstadt in El Paso im Repräsentantenhaus gesessen und sich später als Kandidat für einen Senatssitz und als parteiinterner Präsidentschaftsbewerber der Demokraten national einen Namen gemacht. Durchsetzen konnte sich O'Rourke in beiden Fällen nicht.

tfb/dpa/AFP