Schüsse in Texas Polizei verhinderte offenbar größere Opferzahl

Sieben Menschen tötete ein Schütze im texanischen Odessa, bevor er selbst von der Polizei erschossen wurde. Damit verhinderten die Beamten womöglich ein noch größeres Blutbad im benachbarten Kino.

Polizisten sichern im texanischen Odessa den Tatort
Callaghan O'Hare/REUTERS

Polizisten sichern im texanischen Odessa den Tatort


Bei dem Angriff mit einer Schusswaffe im US-Bundesstaat Texas hat die Polizei dem Stand der Ermittlungen zufolge eine noch höhere Opferzahl verhindert. "Der Schütze wäre nicht zu dem Kino gefahren, wenn er nicht geplant hätte, reinzugehen", sagte Odessas Polizeichef Michael Gerke. Es liege nahe, dass er dort mit seinem Sturmgewehr weitere Menschen erschießen wollte. Der Tod des Verdächtigen könnte die Leben der Kinobesucher gerettet haben

Bei dem Schützen soll es sich um einen 36-Jährigen aus Odessa handeln. Die Polizei hatte ihn bereits in ihren Akten, weil er 2001 festgenommen worden war. Das Motiv für die Tat am Wochenende ist nach Angaben der Beamten weiter unklar. Der Mann habe allein gehandelt, sagte Gerke.

Die Polizisten hätten den Täter erst mit einem Geländewagen vor dem Kino in der Stadt Odessa stoppen können. Der Angriff hatte laut Polizei mit einer Verkehrskontrolle zwischen den Orten Midland und Odessa begonnen. Nachdem der Verdächtige das Feuer eröffnet hatte, fuhr er nach Odessa. Dort habe er weiter um sich gefeuert, sein Auto abgestellt, eine Postmitarbeiterin erschossen und ihren Lieferwagen gekapert.

Sieben Menschen zwischen 15 und 57 Jahren tötete der Schütze laut Behörden, 22 weitere wurden verletzt. Unter den Verletzten ist auch ein erst 17 Monate altes Mädchen. Bevor der Schütze von der Polizei erschossen wurde, hatte er das Kleinkind im Gesicht und an der Brust getroffen.

Spendenkampagne für Kleinkind

Dem Mädchen soll es den Umständen entsprechend gut gehen. Der Gouverneur von Texas, Greg Abott, habe eine Textnachricht von der Mutter bekommen, sagte er auf einer Pressekonferenz. Obwohl das Kind angeschossen worden sei, wolle es demnach herumlaufen und spielen. Für die medizinische Versorgung des Kindes wurde eine Spendenkampagne ins Leben gerufen, die bis zum Sonntag fast 150.000 Dollar eingebracht hat.

Nach dem Amoklauf forderten mehrere Präsidentschaftsbewerber der Demokraten eine drastische Verschärfung der Regeln für den Verkauf von Schusswaffen. "Genug. Wir müssen dieser Epidemie ein Ende setzen", sagte Joe Biden.

Erst Anfang August hatte ein bewaffneter Mann in einem Walmart in der texanischen Stadt El Paso 22 Menschen erschossen. Beide Tatorte sind 410 Kilometer voneinander entfernt.

hba/ler/AP/Reuters/dpa



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