Amoklauf von Blacksburg Machtlose Polizisten feuerten auf versperrte Türen

Minutenlang standen Polizisten vor der verriegelten Norris Hall, während Amokläufer Cho im Inneren des Seminargebäudes in Blacksburg 30 Menschen erschoss. Vergeblich feuerten die Beamten auf die Ketten an den Türen, wie nun bekannt wurde. Als der Zugriff schließlich gelang, war es zu spät.

Blacksburg - Wie die "Washington Post" heute berichtete, erreichten die Polizeibeamten das Lehrgebäude, in dem Cho wütete, um 9.32 Uhr. Sie hätten festgestellt, so die Zeitung, dass die massiven Holztüren mit Ketten verschlossen gewesen seien. Weil sie laut "Post" keine Bolzenschneider dabei hatten, schossen sich mit ihren Dienstwaffen auf die Ketten. Vergeblich.

Daraufhin liefen die Beamten dem Bericht zufolge zu einer Seitentür, die sie aufschießen konnten. Die Polizisten hätten für einen kurzen Moment innegehalten und ihre Strategie beraten, schreibt die "Post". "Sie wussten nicht, womit sie es zu tun hatten, ob es mehr als nur einen Schützen und einen Hinterhalt gab, oder ob Geiseln genommen worden waren", zitiert das Blatt eine Sprecherin der Virginia State Police.

Laut "Post" hörten die Beamten, wie Cho sich erschoss, als sie den zweiten Stock erreichten. Ein weiterer Trupp habe zu diesem Zeitpunkt noch immer versucht, eine andere Tür aufzubrechen. Ein Beamter habe schließlich einen Bolzenschneider besorgt. Dann sei es den Polizisten gelungen, in das Gebäude einzudringen. Doch es war zu spät.

Der 23 Jahre alte Student Cho hatte in der vorigen Woche an der Virginia Tech University in Blacksburg ein Blutbad angerichtet. Am Morgen erschoss er zunächst zwei Studenten in einem Wohnheim, danach tötete er weitere 30 Menschen im Seminargebäude Norris Hall. Schließlich brachte er sich selbst um.

jdl

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