Angriff auf Freund der Tochter Vater gibt Kastration zu

Er wollte die Beziehung seiner minderjährigen Tochter zu einem 59-Jährigen beenden - und griff dabei offenbar zu drastischen Mitteln: Vor dem Landgericht Bielefeld gab ein Mann zu, dem Freund seiner Tochter die Hoden abgeschnitten zu haben.


Bielefeld - Zum Prozessauftakt räumte der Bielefelder die Vorwürfe in einer von seinem Anwalt verlesenen Erklärung ein. Er gab zu, dem Opfer die Hoden abgeschnitten zu haben. Als Motiv gab er an, dass der 59-Jährige die Tochter zu der Beziehung sexuell genötigt haben soll.

Laut Anklageschrift unterhielt der Geschädigte mehrere Monate lang ein Verhältnis mit der 17-jährigen Tochter des Angeklagten. Demnach wollte der Angeklagte mit der Tat vom vergangenen November die Beziehung seiner Tochter mit dem damals 58 Jahre alten Opfer beenden.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten schwere Körperverletzung vor. In dem Prozess tritt zudem das Opfer als Nebenkläger auf - es verlangt von dem Angeklagten ein Schmerzensgeld von 150.000 Euro. Sollte der Mann verurteilt werden, droht ihm eine Freiheitsstrafe von mindestens drei Jahren.

Laut Anklage soll der Vater aus Bielefeld am 2. November gemeinsam mit zwei unbekannten Mittätern das Opfer in dessen Wohnung aufgesucht, überwältigt, mit Handschellen und Klebeband gefesselt und entkleidet haben. Mit einem Messer oder Skalpell soll der Vater dann dem Opfer die vordere Hodenwand und beide Hoden amputiert haben.

Das blutende und geknebelte Opfer ließen die Täter laut Staatsanwaltschaft schließlich in der Wohnung zurück. Der Angeklagte soll aber seine Ehefrau veranlasst haben, die Rettungskräfte zu alarmieren, damit der Verletzte nicht verblutete. Bei der Tat soll der Angeklagte unter dem Einfluss von Alkohol und Medikamenten gehandelt haben.

Das Gericht hat für das Verfahren zwei Verhandlungstage angesetzt. Mit einem Urteil wird für Freitag gerechnet.

ulz/dapd/AFP



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