Angriff auf Kippa-Träger in Berlin Syrer verzichtet auf Berufung

Im Fall der Gürtel-Attacke auf einen Kippa tragenden Israeli in Berlin hat der Verurteilte seine Berufung zurückgenommen. Damit ist das Urteil gegen den Syrer rechtskräftig.

Der Angeklagte im Amtsgericht Berlin-Tiergarten (Archiv)
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Der Angeklagte im Amtsgericht Berlin-Tiergarten (Archiv)


Das Video der Straftat sorgte über Deutschland hinaus für Empörung: Mit einem Gürtel ging ein Syrer am 17. April 2018 auf einen Israeli los, der mit Kippa durch Berlin lief. Der Angreifer schlug den 21-Jährigen mehrfach und beschimpfte dessen Begleiter, der ebenfalls mit Kippa im Stadtteil Prenzlauer Berg unterwegs war.

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Das Opfer filmte den Übergriff und stellte die Aufnahme ins Netz, der 19-jährige Syrer musste sich vor Gericht verantworten. Der Angeklagte gab die Schläge mit dem Gürtel zu und erklärte, vor der Tat Ecstasy genommen und gekifft zu haben. Politische Motive bestritt er.

Das Amtsgericht Tiergarten sprach ihn der gefährlichen Körperverletzung und Beleidigung schuldig. Neben einem vierwöchigen Arrest wurde er für ein Jahr unter Erziehungsaufsicht gestellt und verpflichtet, an einer Führung im Haus der Wannseekonferenz teilzunehmen.

Für Mittwoch war der ursprünglich der Berufungsprozess vor dem Landgericht angesetzt. Doch der Termin wurde abgesagt. Die Verteidigung nahm die Berufung zurück. Damit sei die Entscheidung rechtskräftig, sagte ein Gerichtssprecher. Mit der Untersuchungshaft gilt der Arrest als verbüßt.

ala/dpa



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