Angriff auf spielende Kinder Böller-Werfer muss drei Monate in Haft

Er warf mit Silvesterkrachern nach Kindern, weil sie zu viel Lärm machten: Jetzt verurteilte ein Berliner Gericht den 29-Jährigen zu einer Haftstrafe. Der Mann ist bereits 13-mal vorbestraft.


Berlin - Es gibt in Deutschland Anwohner, die sich durch Kinderlärm auf benachbarten Grundstücken belästigt fühlen. Sie beschreiten in der Regel den Rechtsweg, um gegen Kindertagesstätten und ihre naturgemäß lauten Besucher vorzugehen.

Im Berliner Stadtteil Treptow griff ein 29-Jähriger zu weitaus drastischeren Mitteln, um sich Ruhe zu verschaffen: Am 1. Mai zündete er einen Silvesterböller und warf ihn aus seinem Fenster nach einer Gruppe Kinder, die auf dem benachbarten Spielplatz lärmte.

Der hierzulande nicht zugelassene Knaller landete etwa fünf Meter vor dem Spielareal und explodierte. Zwar kamen die Kinder mit einem Schrecken davon. Der Mann musste sich jedoch vor Gericht verantworten.

Dort gab er an, darauf geachtet zu haben, dass keines der Kinder verletzt werde. Er habe zum Tatzeitpunkt unter Druck gestanden und Ärger mit seinem damaligen Arbeitgeber gehabt. Nach einer Nachtfahrt sei er zudem übermüdet gewesen und habe die Kinder mehrfach um Ruhe gebeten. Er bedauerte sei Fehlverhalten.

Am Montag wurde er vom Amtsgericht Berlin-Tiergarten des strafbaren Umgangs mit explosionsgefährlichen Stoffen schuldig gesprochen und zu drei Monaten Haft verurteilt. Die Haftstrafe wurde damit begründet, dass der Angeklagte bereits 13 Vorstrafen hat und unter Bewährung stand.

ala/dapd

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