Angriff in der Straßenbahn 83-Jährige wollte schlichten - und wurde niedergestochen

Es war kein jugendlicher Gewalttäter - umso ungeheurer ist die Tat: Ein 35-Jähriger hat in einer Essener Straßenbahn eine 83-jährige Frau niedergestochen und dabei lebensgefährlich verletzt. Sie hatte im Streit zwischen ihrem 80-jährigen Ehemann und dem Täter schlichten wollen.


Hamburg - Es ist eine ungeheure Tat. Ein junger Mann, der gegenüber einer 83-jährigen Frau ein Messer zieht und es ihr in die Brust rammt. Noch ungeheurer wird dieser Vorgang, wenn man den Hergang der Tat kennt.

Zunächst ist da ein Rempler, vielleicht sogar ohne Absicht. Aber der Angerempelte beschwert sich. Der 80-Jährige spricht den Mann an, der ihn da gestoßen hat. Doch mit diesem ist offenbar nicht zu spaßen: Der 35-Jährige schlägt dem Rentner ins Gesicht, ohne zu zögern, mit der flachen Hand. Und als ihm dessen 83-jährige Frau zu Hilfe kommen will, zieht er ein Messer - und sticht zu.

Wie die Polizei berichtet, konnte die Frau noch um Hilfe rufen und Passanten auf den Tatverdächtigen aufmerksam machen, dann sank sie zu Boden. Mit einem Rettungswagen wurde die lebensgefährlich verletzte Rentnerin am Freitagnachmittag sofort in eine Essener Klinik gebracht und notoperiert. Der Täter flüchtete, konnte aber durch Passanten gestellt und bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten werden.

Die Essener Polizei wollte gegenüber SPIEGEL ONLINE keine weiteren Angaben machen. Die Staatsanwaltschaft ermittle, sagte ein Sprecher. Man könne allerdings davon ausgehen, dass der Zustand der Rentnerin immer noch ernst sei.

Der 35-Jährige wurde bereits von bayrischen Behörden wegen anderer Delikte gesucht. Wegen der Schwere der Tat wurde bei der Essener Polizei eine Mordkommission gebildet - die Staatsanwaltschaft geht von einem versuchten Tötungsdelikt aus.

flo/dpa/AFP



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