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Unternehmer fielen auf Internetbetrüger herein Bertel ist abgemolken

Betrüger kassieren Hunderte Millionen Euro von Anlegern. Ihre Masche mit den märchenhaften Renditeversprechen klappt auch deshalb, weil Postbank und Wirecard den Kontoservice liefern - und damit die vermeintliche Seriosität.
aus DER SPIEGEL 21/2020
Foto:

Simon Prades/ DER SPIEGEL

Nach der Wirecard-Bank haben österreichische Anlegerschützer mit einer Geldwäsche-Verdachtsanzeige auch die Postbank ins Visier genommen. Die European Funds Recovery Initiative (EFRI) wirft der Deutsche-Bank-Tochter vor, in zahlreichen Fällen Konten für Betrüger geführt zu haben.

Kriminelle Banden hatten im Internet Kleinanleger mit der Aussicht auf große Gewinne im Computer-Börsenhandel geködert und dazu veranlasst, ihr Geld an Briefkastenfirmen mit Konten bei der Postbank einzuzahlen. Von dort leiteten die Betrüger das Geld umgehend ins Ausland weiter, wo es für Fahnder meist nicht mehr erreichbar ist. Nach Angaben der EFRI, die ihre Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Frankfurt stellte, geht der geschätzte Schaden in Hunderte Millionen.

Die Postbank, so die EFRI, liefere mit ihrem Kontoservice den Anstrich von Seriosität, den die Betrüger für die Einzahlungen der Anleger benötigten. Die Postbank habe zu lasch kontrolliert, für wen sie den Kontoservice erbracht habe, nämlich für Firmen ohne deutsche Niederlassung, ohne erkennbaren Geschäftsbetrieb und mit schnellen Geldabflüssen ins Ausland. Deshalb müsse die Bank den entstandenen Schaden erstatten. Dagegen verwahrte sich die Postbank – ebenso wie die Wirecard-Bank: Ihre Kontrollmechanismen funktionierten; man halte sich strikt an die gesetzlichen Vorgaben und unterstütze in keiner Weise betrügerische Online-Trading-Seiten. Auch die Bankenaufsicht BaFin teilte mit, den Banken sei es kaum möglich, den betrügerischen Hintergrund solcher Konten und Geldflüsse rechtzeitig zu erkennen.

Lesen Sie hier die komplette Geschichte:

WhatsApp, 13. Januar 2020, Hartmut Bertel(*) an "Mark Wagner", Anlagebetrüger. "Ich kann nicht mehr, Herr Wagner. Meine Nerven liegen vollkommen blank, und gerade informierte mich meine Frau, dass ich mir ein Hotelzimmer suchen soll. Sie haben 3 Mio. von mir bekommen. Was sind Sie für ein Mensch? Warum tun sie mir das an? Ich weiß keinen Ausweg mehr, als das Ganze zu beenden!!!"

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Natürlich, man kann auch fragen, was das für Menschen sind, die auf einen "Mark Wagner" hereinfallen. Seinen falschen Namen. Seine falschen Versprechen. 572 Prozent Gewinn in 28 Tagen. Mindestens. Menschen, die im Internet surfen, plötzlich poppt da eine Anzeige auf, von einer Firma, die behauptet, sie habe eine Supersoftware für die Börse, eine Revolution im Computerhandel. Auch die Popsängerin Yvonne Catterfeld habe schon irre viel Geld damit gemacht. Und jetzt die Chance für Sie, meine Damen und Herren, als Anleger einzusteigen. Schicken Sie uns Ihre Handynummer, wir machen Sie reich.

Wer lässt sich denn auf so etwas ein?

Tausende. Hartmut Bertel.

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