Getötete Frau und Kinder Angeklagter Vater schweigt vor Gericht

Er soll seine Ex-Partnerin und die drei gemeinsamen Kinder umgebracht haben: Am Landgericht Ansbach hat der Prozess gegen einen 31-Jährigen begonnen.

Der Angeklagte mit seiner Anwältin Nicole Obert im Ansbacher Gerichtssaal
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Der Angeklagte mit seiner Anwältin Nicole Obert im Ansbacher Gerichtssaal


Am Landgericht Ansbach hat der Prozess gegen einen Mann begonnen, der seine von ihm getrennt lebende Ehefrau und die drei gemeinsamen Kinder ermordet haben soll. Die Anwältin des Angeklagten teilte mit, ihr Mandant werde zunächst von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch machen.

Der Anklage zufolge hatte der Familienvater seine schlafenden Kinder im Alter von 3, 7 und 9 Jahren sowie seine Ex-Partnerin im Juni 2018 mit einem Messer erstochen. Danach sprang er vom Balkon im dritten Obergeschoss.

Fünf Tage vor der Tat soll der Maschinen- und Anlagenführer seine zwei Söhne in deren Kinderzimmer geschlagen haben. Deshalb hatten Polizeibeamte ihm einen Platzverweis für die Wohnung erteilt und ein Kontaktverbot ausgesprochen. Danach soll er nach Angaben der Staatsanwaltschaft geplant haben, seine Familie zu töten.

Oberstaatsanwalt Michael Schrotberger sagte, die Trennung sei das Motiv der Mordtat gewesen. "Er tötete die vier Menschen, da er gekränkt war." Durch den Verlust seiner dominanten Stellung in der Familie habe der Mann kein Lebensrecht mehr für Frau und Kinder gesehen. Die Opfer hätten keine Chance gehabt, sich zu wehren. Die Staatsanwaltschaft will erreichen, dass der Mann eine lebenslange Haftstrafe bekommt und die besondere Schwere der Schuld festgestellt wird.

Polizeiabsperrung vor dem Tatort in Gunzenhausen (Foto vom 26. Juni 2018)
DPA

Polizeiabsperrung vor dem Tatort in Gunzenhausen (Foto vom 26. Juni 2018)

Der Angeklagte wurde laut Staatsanwaltschaft aufgrund eines vorläufigen psychiatrischen Gutachtens aus einer forensischen Klinik in eine Justizvollzugsanstalt verlegt. Es habe sich kein Anhaltspunkt für eine Erkrankung ergeben, die zur Tatzeit relevant gewesen wäre.

Für den Prozess, in dem der Vater der getöteten Frau als Nebenkläger auftritt, sind drei Verhandlungstage angesetzt. 21 Zeugen und 6 Sachverständige sollen gehört werden. Das Urteil wird für den 15. Mai erwartet.

ulz/dpa/AFP



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