Gewalttat in Franken Mutmaßlicher Schütze handelte wohl im Wahn

Der 47-Jährige, der in Leutershausen mutmaßlich zwei Menschen tötete, leidet vermutlich unter einer gravierenden psychischen Störung. Das hat die Untersuchung eines Sachverständigen ergeben.

Tatort bei Ansbach: Verdacht, dass "akute Psychose mit einem bizarren Wahnsystem" vorliege
DPA

Tatort bei Ansbach: Verdacht, dass "akute Psychose mit einem bizarren Wahnsystem" vorliege


Der Mann, der im bayerischen Leutershausen zwei Menschen erschossen haben soll, handelte mutmaßlich im Wahn. Das ist das Ergebnis einer vorläufigen Untersuchung durch einen psychiatrischen Sachverständigen, wie die zuständige Staatsanwaltschaft Ansbach mitteilte. Es bestehe der Verdacht, dass bei Bernd G. eine "akute Psychose mit einem bizarren Wahnsystem" vorliege.

"Nach derzeitigem Erkenntnisstand sind dringende Gründe für die Annahme vorhanden, dass die Schuldfähigkeit des Beschuldigten zur Tatzeit zumindest erheblich vermindert war", so die Staatsanwaltschaft. Vor einer abschließenden Diagnose seien jedoch weitere Untersuchungen nötig. Das abschließende Sachverständigengutachten sei deshalb erst in zwei bis drei Monaten zu erwarten.

Der Ermittlungsrichter erließ einen Unterbringungsbefehl wegen des dringenden Tatverdachts des Mordes in zwei Fällen, des versuchten Mordes in zwei Fällen sowie der Bedrohung und der Nötigung. Der 47-jährige G. wurde anschließend statt in ein Gefängnis in das Bezirkskrankenhaus Ansbach gebracht.

Im Video: Gewalttat in Franken

Unterdessen wurden weitere Details zu G. bekannt, der in Ansbach lebt. G. gab beim Ermittlungsrichter an, Gesundheits- und Krankenpfleger zu sein und vor wenigen Monaten seine Stelle verloren zu haben. Zu der Gewalttat vom Vortag äußerte er sich jedoch nicht. Das Motiv des Verdächtigen bleibt damit weiter unklar.

Laut Polizei verfügt G. über eine Waffenbesitzkarte für eine Pistole und einen Revolver. Er hätte die Waffen also nur in einem Sportheim benutzen dürfen. Nach Angaben örtlicher Schützenvereine war G. jedoch in keinem der Clubs in der Umgebung. "Der ist in ganz Ansbach nicht bekannt", sagte Norbert Rzychon vom SV Germania 1882.

Wenige Stunden nach der Tat hätten sich die Vereine aus Ansbach und den Ortsteilen zusammengeschaltet. Doch niemand kannte Rzychon zufolge den Mann.

gam/dpa



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