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20. November 2017, 17:47 Uhr

Anschlag auf Deutsche in Istanbul

Urteil gegen IS-Terroristen vertagt

In Istanbul steht eine Gruppe von Männern vor Gericht, die bei einem Anschlag zwölf Deutsche getötet haben sollen. Das Urteil ist nun vertagt worden: Für den Transport der Angeklagten fehlten offenbar Autos.

Im Prozess gegen mutmaßliche Anhänger der Terrormiliz IS wegen eines tödlichen Anschlags auf eine deutsche Reisegruppe fällt dieses Jahr kein Urteil mehr. Der Richter vertagte die Verhandlung in Istanbul auf den 8. Januar.

Nach Angaben von Verteidigern konnten die inhaftierten Angeklagten nicht vom Gefängnis zum Gericht gebracht werden, da dafür kein Fahrzeug zur Verfügung gestanden habe. Solche logistischen Schwierigkeiten kommen demnach hin und wieder vor.

Bei dem Selbstmordanschlag am 12. Januar 2016 in der Istanbuler Altstadt hatte ein Attentäter zwölf deutsche Touristen mit in den Tod gerissen. 16 Menschen wurden verletzt. Insgesamt sind 26 Verdächtige angeklagt, die meisten davon Syrer.

Vier Verdächtige, für die die Staatsanwaltschaft langjährige Haftstrafen fordert, bleiben wegen dringendem Tatverdacht in Untersuchungshaft, wie das Gericht entschied. Ein fünfter inhaftierter Angeklagter kommt bis zu einem Urteil auf freien Fuß. Das Gericht bekräftigte zudem seine Forderung, dass vier der Angeklagten, die noch flüchtig seien, gefasst werden müssten.

Für die drei syrischen Hauptverdächtigen fordert die Staatsanwaltschaft Medienberichten zufolge jeweils 13 mal lebenslange Haft. Ihnen wird neben der Tötung von zwölf Deutschen vorgeworfen, sie hätten die verfassungsmäßige Ordnung umstürzen wollen. Einem Iraker drohen wegen des Vorwurfs der Mitgliedschaft in der Terrormiliz IS bis zu 15 Jahre Haft. Für die restlichen Angeklagten werden Freisprüche erwartet.

jpz/dpa

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