Anschlag bei Siegen Gullydeckel durchschlagen Frontscheibe eines Regionalzuges

Die Polizei ermittelt wegen Mordversuchs: Gullydeckel haben die Frontscheibe eines Regionalzuges zertrümmert - sie hingen von einer Bahnbrücke bei Siegen. Der Fahrer wurde mit Glück lediglich leicht verletzt.

Zug der Hessischen Landesbahn (in Marburg, Archivbild von August 2015)
Andreas Arnold/dpa

Zug der Hessischen Landesbahn (in Marburg, Archivbild von August 2015)


Mehrere herabhängende Gullydeckel haben auf einer Strecke der Hessischen Landesbahn die Frontscheibe eines Zuges durchschlagen. Staatsanwaltschaft und Polizei werteten die Tat in einer gemeinsamen Mitteilung als Mordversuch. Demnach waren die Gullydeckel auf Höhe der Fahrerkabine an Seilen an einer Brücke auf der Strecke zwischen Bad Berleburg und Erndtebrück festgebunden. Der Anschlag ereignete sich um 6.25 Uhr am Samstagmorgen.

Der 49-jährige Lokführer reagierte den Ermittlern zufolge "instinktiv richtig" und erlitt deshalb lediglich leichte Verletzungen. In dem Zug waren wegen einer geplanten Leerfahrt keine Fahrgäste. Die Mordkommission der Polizei in Hagen übernahm die Ermittlungen.

Bereits in der Nacht zum Freitag waren laut den Strafverfolgern in der Stadt Hilchenbach westlich vom Tatort vier Gullydeckel gestohlen worden. Die Zugstrecke führt von Bad Berleburg in Nordrhein-Westfalen über Siegen nach Altenkirchen in Rheinland-Pfalz. Die Ermittler suchen jetzt nach Zeugen, die den Diebstahl beobachtet haben.

Der Vorfall ist der zweite Anschlag auf eine Eisenbahn binnen zwei Tagen. Am Donnerstagabend war ein ICE der Deutschen Bahn auf dem Weg von Berlin nach Saarbrücken bei Mannheim mit einem Luftgewehr beschossen worden. An neun Stellen wurde der Zug getroffen, vier Wagen wurden auch an den Fenstern beschädigt - allerdings durchschlugen die Schüsse nicht die Scheiben. In diesem Fall ermittelt die Polizei wegen gefährlichen Eingriffs in den Schienenverkehr.

fdi/AFP

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