Anschlag in Ankara vereitelt Kurdische Rebellen als Bombenleger in Verdacht

In der türkischen Hauptstadt Ankara haben Spürhunde in einem Parkhaus einen mit Sprengstoff beladenen Kleinbus
entdeckt. Die Polizei konnte die 600-Kilo-Bombe rechtzeitig entschärfen. Die Behörden glauben, dass kurdische Separatisten hinter dem Anschlagsversuch stecken.


Ankara - Der Kleinbus mit der Bombe sei am frühen Morgen in dem Parkhaus im Zentrum Ankaras abgestellt worden, zitierte die Nachrichtenagentur Anadolu heute einen Augenzeugen. Der Fahrer habe erklärt, er wolle Waren auf dem Markt verkaufen. Die Nummernschilder waren dem Bericht zufolge von einem anderen Fahrzeug gestohlen, dessen Eigentümer die Polizei informiert hatte. Türkische Medien berichteten unter Berufung auf die Polizei, in dem Wagen seien Säcke mit Sprengstoff gefunden worden. Experten entschärften die Bombe, mehrere Häuser wurden vorsichtshalber evakuiert und die Umgebung abgesperrt.

Anschlag in Ankara verhindert: Abtransport der entschärften Bombe
DPA

Anschlag in Ankara verhindert: Abtransport der entschärften Bombe

"Eine mögliche Katastrophe ist verhindert worden", sagte Gouverneur Kemal Önal. "Ankaras 11. September wurde verhindert", schrieb der Sender NTV auf seiner Website mit Blick auf den sechsten Jahrestag der Terroranschläge in den USA. Wegen des Jahrestages hatte auch die Türkei die Sicherheitsmaßnahmen verschärft. Im Jahr 2003 hatten
Selbstmordattentäter mit Verbindungen zum Terrornetzwerk al-Qaida bei mehreren Anschlägen in Istanbul 58 Menschen getötet.

Die Behörden vermuten jedoch kurdische Separatisten hinter dem vereitelten Anschlag. Die Bestandteile der Bombe ähnelten Sprengsätzen, die in der Vergangenheit bei kurdischen Rebellen gefunden worden seien, teilte das Büro des Gouverneurs mit.

kai/AP



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