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Brandstiftung in Hamburg: Im Hafen brannten die Neuwagen

Foto: DDP

Anschlag in Hamburg Brandstifter verbrennen Zug mit Neuwagen

Feuer auf einem Autotransporter-Zug im Hamburger Hafen: In der Nacht zum Samstag wurden rund 30 Neuwagen zerstört oder stark beschädigt, die Ursache war offenbar Brandstiftung. Brandanschläge auf Autos sind in Hamburg seit zwei Jahren ein wachsendes Problem.

Hamburg - Unbekannte haben in der Nacht zum Samstag in Hamburg einen Autozug mit zum Verkauf bestimmten Neuwagen angezündet. Wie die Feuerwehr auf Nachfrage der Nachrichtenagentur DAPD mitteilte, brannten rund 30 Wagen aus oder wurden durch das Feuer beschädigt. In anderen Berichten war von bis zu 37 erheblich beschädigten VW Golf die Rede gewesen.

Der Zug stand im Rangierbahnhof Hamburg-Süd, einem Bahnhof der Hafenbahn. Bemerkt wurde das Feuer gegen 4 Uhr am Morgen durch einen Stellwerkmeister. Die Feuerwehr war mit 69 Helfern im Einsatz und löschte das Feuer unter anderem mit Schaummittel. Ein Manager der Hamburg Port Authority (HPA) bezifferte den Schaden nach ersten Schätzungen auf rund 1,5 Millionen Euro.

Zum Hintergrund und einem möglichen Tatmotiv war zunächst nichts bekannt. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Seit Anfang des Jahres wurden in der Hansestadt schon rund hundert Brandanschläge auf Fahrzeuge verübt.

Es ist die Fortführung eines Trends aus dem Vorjahr: Auch 2009 gab es in der Hansestadt eine Serie von mehr als hundert Brandanschlägen auf Fahrzeuge, die im Sommer ihren Höhepunkt hatte. In vielen, aber nicht allen dieser Fälle geht die Polizei von einem politischen, extremistischen Tathintergrund aus. Seit 2009 versucht die Polizei, dem Problem mit vermehrten Streifenfahrten Herr zu werden. Zeitweilig setzte die Hamburger Polizei auch einen Hubschrauber mit Wärmebildkamera ein.

Nach Erkenntnissen des Instituts für Schadensverhütung und Schadensforschung der öffentlichen Versicherer e.V. werden rund 15 Prozent aller Brände in Deutschland durch Brandstiftung verursacht. Das häufigste Motiv dafür ist allerdings der im Volksmund zynisch "warme Sanierung" genannte Versicherungsbetrug. Das BKA erfasste im Jahr 2009 bundesweit 22.443 Brandstiftungsfälle. Knapp über 48 Prozent davon wurden aufgeklärt, 13.523 der Fälle wurden als vorsätzliche Brandstiftung registriert. Warum es in Hamburg seit zwei Jahren eine so massive Serie von Anschlägen auf Autos gibt, ist nicht geklärt: Meist handelt es sich jedoch um Anschläge gegen einzelne Fahrzeuge, oft auf solche hochpreisiger Marken.

pat/apn
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