Anschlag von Bangkok Polizei fahndet nach Thailänderin und Mitbewohner

In ihrer Wohnung fanden Ermittler Material zum Bombenbau: Thailands Polizei sucht eine Frau und einen Mann, die in den Anschlag auf den Erewan-Schrein mit 20 Toten verwickelt gewesen sein sollen.

DPA/Thai Royal Police

In einer Wohnung in Bangkok hat die Polizei Material zum Bau von Bomben sichergestellt und eine Fahndung nach den zwei Bewohnern gestartet. "Wir haben Düngerbeutel, Uhren und Wecker gefunden, Dinge, um Bomben und elektrische Ladungen zu erzeugen", sagte Polizeisprecher Prawut Thavornsiri. Die zwei Bewohner des Apartments werden wegen des Anschlags auf den Erawan-Schrein vor zwei Wochen gesucht.

Gefahndet werde nun nach einer 26-jährigen Thailänderin und ihrem Mitbewohner, einem Mann unbekannter Herkunft, sagte Prawut. Die Polizei veröffentlichte den Namen der Verdächtigen und ein Foto von ihr, das sie mit einem Kopftuch zeigt.

Am Samstag hatten die thailändischen Behörden bei einer Großrazzia einen ersten Verdächtigen festgenommen. Auch in dessen Wohnung war Material zum Bombenbau sichergestellt worden. Zudem fanden sich zahlreiche offenbar gefälschte Pässe. Die Ermittler vermuten, dass der nicht identifizierte Ausländer zu einer Bande von Menschenschmugglern gehört, die sich mit dem Anschlag womöglich für die Festnahme von Einwanderern rächen wollten, die illegal über die Grenze gelangt waren.

Die Nationalität des Festgenommenen ist unklar. Er trug einen türkischen Pass bei sich, der aber offensichtlich gefälscht war. "Die Identität ist noch nicht festgestellt", sagte eine Sprecherin der türkischen Botschaft. Ob Diplomaten den Mann besucht haben, wollte sie nicht sagen. Er ist auf einem Militärstützpunkt in Haft.

Für die Festnahme genehmigte sich Thailands Polizei umgerechnet 84.000 Dollar Belohnung, ausgesetzt für Hinweise zur Ergreifung der Täter. Das rief Kritik hervor, stehen die Ermittler doch wegen zahlreicher Pannen unter Druck. Selbst die sonst äußerst zurückhaltende Nachrichtenagentur Associated Press wies darauf hin, dass es weder Anklage noch Verurteilung gebe und noch nicht einmal sicher sei, ob der Festgenommene der Hauptverdächtige sei. Die Polizei begründete die Vergabe der Belohnung damit, man wolle die gute Ermittlungsarbeit hervorheben.

Bei dem Anschlag auf den Erawan-Schrein in Thailands Hauptstadt waren am 17. August 20 Menschen getötet und mehr als 120 weitere verletzt worden. Unter den Todesopfern waren mehrere Ausländer, sie kamen aus China, Hongkong, Großbritannien, Malaysia, Singapur und Indonesien.

ulz/AFP/dpa/AP

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