Prozess in Mönchengladbach Anschlag von Halle – Mann soll »Manifest« des Attentäters im Netz verbreitet haben

Vor dem Anschlag von Halle rief der Attentäter im Internet zu Gewalt auf. Ein Mann soll dieses »Manifest« weitergeleitet haben und steht deshalb nun erneut vor Gericht.
Blumen und Kerzen vor der Synagoge Halle (Archivbild)

Blumen und Kerzen vor der Synagoge Halle (Archivbild)

Foto: Jan Woitas/ dpa

Im Kontext des Anschlags von Halle muss sich ein 30-Jähriger aus Rheydt erneut vor Gericht verantworten. Er soll das menschenverachtende »Manifest« des Halle-Attentäters im Internet verbreitet haben. Wie unter anderem die Westdeutsche Zeitung berichtet , beginnt heute vor dem Landgericht Mönchengladbach ein Berufungsprozess. Bereits im November hatte das Amtsgericht den Mann zu einer achtmonatigen Bewährungsstrafe wegen Volksverhetzung verurteilt.

Inhalte durch Verlinken zu eigen gemacht?

Am 9. Oktober 2019 hatte ein schwer bewaffneter Terrorist versucht, am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur in die Synagoge von Halle einzudringen und ein Massaker anzurichten. Er gelangte jedoch nicht in das Gotteshaus, erschoss eine 40-jährige Passantin und später in einem Imbiss einen 20-Jährigen. Auf der Flucht verletzte er weitere Menschen und lieferte sich einen Schusswechsel mit der Polizei, bevor er festgenommen wurde.

Vor dem Anschlag hatte er im Internet in einem »Manifest« die detaillierten Anschlagspläne veröffentlicht und zur Gewalt gegen Juden aufgerufen. Das Oberlandesgericht Naumburg verurteilte den Attentäter im Dezember zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung.

Wie die »Westdeutsche Zeitung« berichtet, habe der Mann aus Rheydt vor dem Amtsgericht zwar zugegeben, einen Link zu diesem »Manifest« kommentarlos weitergeleitet zu haben – dessen Inhalt habe er aber nicht gekannt. In dem Urteil kam das Amtsgericht zu dem Schluss, der Angeklagte habe sich das »Manifest« durch das Verlinken auf einer rechtsextremen Internetplattform zu eigen gemacht und so den Gewaltaufruf verbreitet.

Ein Urteil in dem Berufungsprozess vor dem Landgericht wird noch heute erwartet.

tfb/dpa
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