Anschlagsplan vereitelt Terroristen hatten New Yorker Tunnel im Visier

Das FBI hat offenbar einen Anschlag auf New Yorker Tunnel vereitelt. Terroristen hätten geplant, den Tunnel zu sprengen und dann das Bankenviertel rund um die Wall Street zu fluten, berichten die "Daily News". Ein Verdächtiger wurde im Libanon gefasst.


New York - Nach Angaben der New Yorker Zeitung "Daily News" wollten Terroristen mit Sprengstoff den Holland-Tunnel sprengen. Unter Berufung auf ungenannte Terrorfahnder berichtet das Blatt, es sei geplant gewesen, Lower Manhattan durch die Sprengung zu überfluten. Die Ermittler hätten Hinweise auf eine Verbindung zur Terrororganisation al-Qaida gefunden.

Eingang zum Holland-Tunnel: Anschlag befürchtet
AP

Eingang zum Holland-Tunnel: Anschlag befürchtet

"An der Geschichte ist eine Menge dran", sagte der Republikaner Peter King, der auch Mitglied im Ausschuss für Heimatschutz des US-Repräsentantenhauses ist. Mehr könne er zum dem Bericht nicht sagen, erklärte er in CNN. "Aber ich kann bestätigen, dass es im Moment ernstzunehmende Pläne gibt, Anschläge gegen das New Yorker Verkehrssystem zu verüben."

Der New Yorker Senator Charles Schumer sagte in einer ersten Stellungnahme dem Fernsehsender CNN, es habe sich um ein Vorhaben im frühen Planungsstadium gehandelt. "Es gibt keine Beweise, dass jemals etwas Konkretes passiert ist, niemand hat Sprengstoff gekauft, und es wurden auch keine Gelder transferiert", sagte er.

Der 79 Jahre alte Holland-Tunnel verbindet Manhattan mit New Jersey. Nach Angaben der zuständigen New Yorker Tunnelbehörde fahren jedes Jahr mehr als 30 Millionen Fahrzeuge durch die Röhren und dem Hudson River hindurch.

Im Zusammenhang mit dem Terrorplan wurde den Angaben zufolge ein Mann im Libanon festgenommen. Die dortigen Behörden haben inzwischen bestätigt, dass sie einen Verdächtigen in Gewahrsam haben, der Anschläge auf den New Yorker Tunnel geplant haben soll.

Die New Yorker Polizei wollte die mutmaßlichen Terrorpläne nicht bestätigen. Die Sicherheitsvorkehrungen seien weder am Tunnel noch an einem anderen Ort in der Stadt erhöht worden. Das FBI wollte sich zu dem Bericht bislang nicht äußern. In einer kurzen Stellungnahme heißt es lediglich: "Derzeit haben wir keine Hinweise auf eine unmittelbar bevorstehende Bedrohung für das New Yorker Verkehrssystem oder für irgendetwas anderes in den USA."

Der Plan, den Financial District zu fluten, wäre nach Einschätzung des Politikers Schumer ohnehin zum Scheitern verurteilt. Der Tunnel liege schließlich tief unter der Erde. "Das ergibt irgendwie keinen Sinn", sagte Schumer. "Das scheinen nicht die hellsten Köpfe unter den Terroristen geplant zu haben." Nach Angaben der "Daily News" halten Experten den Plan aber für durchaus machbar - vorausgesetzt, die Terroristen schaffen es, genügend Sprengstoff in der Mitte des Tunnels zu platzieren und dann zu zünden.

ffr/reuters



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