Argentinien 13-Jähriger des vierfachen Mordes verdächtigt

Das sogenannte Massaker von Mendoza erschüttert Argentinien. Ein 13-jähriger Junge wird verdächtigt, vier Mitglieder einer Nachbarsfamilie erstochen zu haben, darunter einen Zehnjährigen. Der Tat war vermutlich ein Streit um einen USB-Stick vorausgegangen. 


Mendoza - In Argentinien wird ein 13-jähriger Junge des Mordes an einer vierköpfigen Familie verdächtigt. Bei den Opfern handelt es sich um einen 80 Jahre alten Mann, dessen 83-jährige Frau, die 49 Jahre alte Tochter des Paares sowie den zehnjährigen Enkel, wie Sicherheitsminister Carlos Aranda mitteilte.

Die Familie sei am Donnerstag erstochen in ihrem Haus in der Provinz Mendoza aufgefunden worden, 800 Kilometer westlich der Hauptstadt Buenos Aires. Der 13-jährige Nachbarsjunge habe erklärt, er habe den Zehnjährigen in Notwehr getötet, nachdem dieser ihn angriffen habe. Zuvor habe der Zehnjährige seine Mutter und Großeltern getötet. Die Ermittler gehen aber davon aus, dass vermutlich der 13-Jährige alle vier erstochen hat.

Zunächst hieß es, dass Massaker habe sich nach einem Raubüberfall ereignet, wie die argentinische Zeitung "El Cívico" auf ihrer Internetseite meldet. Doch diese Version des Tathergangs hatte sich der 13-Jährige vermutlich nur ausgedacht, denn später gab er seine Beteiligung an dem Mordfall zu: Auch laut Zeitungsbericht gab der Jugendliche an, den Zehnjährigen in Selbstverteidigung getötet zu haben, nachdem dieser seiner Mutter und seinen Großeltern das Leben genommen hätte.

Ein Grund für seine Tat könnte laut "El Cívico" ein Zwist zwischen ihm und dem Zehnjährigen gewesen sein. Demnach wurde die eskalierende Gewaltspirale vermutlich durch einen Streit um einen USB-Speicherstick ausgelöst, in den sich die beiden Jungen verstrickt hatten. Die Behörden versuchen nun Licht ins Dunkel der verschiedenen möglichen Tathergänge zu bringen.

bos/dapd/AP



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