Fund in Buenos Aires Argentinischer "Nazi-Schatz" besteht aus Fälschungen

Der Fund angeblicher NS-Relikte in Buenos Aires erregte weltweit Aufsehen. Nach SPIEGEL-Informationen spricht ein BKA-Gutachten von Fälschungen. Argentinien will die Devotionalien dennoch ausstellen.
2017 wurden diese Hitler-Büste und andere angebliche Nazi-Devotionalien in Argentinien entdeckt

2017 wurden diese Hitler-Büste und andere angebliche Nazi-Devotionalien in Argentinien entdeckt

Foto: FERNANDEZ/ EPA/ REX/ Shutterstock

Der sogenannte "Nazi-Schatz", den die argentinische Polizei 2017 in Buenos Aires entdeckt hat, besteht überwiegend aus Fälschungen oder Verfälschungen. Das geht aus einem Gutachten des Bundeskriminalamts (BKA) hervor. Danach ist von den über 80 Objekten "so gut wie nichts echt", wie Gutachter Stephan Klingen dem SPIEGEL sagte. Vieles stamme zwar aus den Dreißigerjahren, aber die Hakenkreuze, In- und Aufschriften wurden laut Klingen erst nach 1945 angebracht. Der Experte vom Münchner Zentralinstitut für Kunstgeschichte vermutet sogar, dass die Gegenstände nicht aus Deutschland stammen.

Der Fund hatte seinerzeit weltweite Aufmerksamkeit erregt. Die argentinische Bundespolizei bat damals das BKA um Amtshilfe. Trotz des vorliegenden Gutachtens waren die Hitler-Büsten und anderen NS-Devotionalien Anfang Oktober dem Holocaust-Museum in Buenos Aires übergeben worden. Die argentinischen Behörden erweckten dabei den Eindruck, die Objekte seien authentisch.

klw
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