Einsatz in Berlin Sechs Verhaftungen bei Razzia in Großbordell

Es geht um den Verdacht auf Schwarzarbeit, Steuerhinterziehung und Menschenhandel: Etwa 900 Einsatzkräfte haben das größte Bordell in Berlin durchsucht - und sechs Haftbefehle vollstreckt.
Einsatz in Berliner Großbordell

Einsatz in Berliner Großbordell

Foto: Paul Zinken/ dpa

Die Razzia in Berlins größtem Bordell "Artemis" soll unter anderem wegen nicht gezahlter Sozialabgaben in zweistelliger Millionenhöhe erfolgt sein. Hinter dem Einsatz am Mittwochabend mit 900 Beamten steht der Verdacht auf Schwarzarbeit, Steuerhinterziehung und Menschenhandel.

Dabei wurden sechs Haftbefehle vollstreckt, zwei richteten sich gegen Betreiber des Bordells und vier gegen dort arbeitende Frauen, sogenannte Hausdamen. Außerdem wurden sechs Wohnungen in Berlin und Würzburg durchsucht, wie die Ermittler mitteilten. Einer der Artemis-Betreiber wohnt demnach in Würzburg.

Bei der Aktion wurden den Angaben zufolge auch zahlreiche Unterlagen sichergestellt, die nun ausgewertet werden sollen. Neben der Polizei mit 680 Beamten waren die Zollinspektion, Steuerfahnder und die Staatsanwaltschaft an der Razzia beteiligt. Die Ausfahrt der Stadtautobahn A100, an der das Bordell liegt, wurde für mehrere Stunden gesperrt.

"Erheblicher Geldbetrag" beschlagnahmt

Den Bordellbetreibern wird vorgeworfen, allein den Sozialkassen 17,5 Millionen Euro an Beiträgen vorenthalten zu haben. Dazu sollen noch etwa sechs Millionen Euro an hinterzogenen Steuern kommen. Der Hauptvorwurf betrifft dabei Scheinselbstständigkeit.

Die Prostituierten seien als selbstständige Unternehmer ausgegeben worden, obwohl sie sich nach Schichtplänen und festen Arbeitszeiten hätten richten müssen und damit abhängig Beschäftigte seien, sagte der Sprecher des Hauptzollamts Berlin. Damit seien auch Sozialabgaben für sie fällig. Noch keine Informationen gibt es seitens der Behörden, warum auch wegen des Verdachts auf Menschenhandel ermittelt wird.

Bei der Razzia wurde nach Angaben der Staatsanwaltschaft auch "ein erheblicher Geldbetrag" beschlagnahmt. Zudem gebe es "Bezüge zum Rockermilieu". Weitere Einzelheiten wollen die Ermittlungsbehörden auf einer Pressekonferenz bekannt geben.

wit/dpa/AFP
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