Berliner Großbordell Artemis-Betreiber gehen offenbar gegen Staatsanwaltschaft vor

Die inhaftierten Betreiber des Berliner Großbordells Artemis gehen angeblich juristisch gegen die Berliner Staatsanwaltschaft vor. Die habe die Medien nach der Razzia vorverurteilend informiert.

Einsatz in Berliner Großbordell
DPA

Einsatz in Berliner Großbordell


Die Großrazzia im Berliner Bordell Artemis hat offenbar auch für die Staatsanwaltschaft rechtliche Konsequenzen. Nach Informationen der "Welt" hat der Anwalt der beiden inhaftierten Betreiber die Anklagevertreter abgemahnt. Außerdem habe er sie zur Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung aufgefordert.

Der Jurist wirft der Staatsanwaltschaft nach "Welt"-Informationen vor, bei der Pressekonferenz nicht mit der gebotenen Distanz über den Polizeieinsatz und über den Stand der Ermittlungen berichtet zu haben. "Unsachlich, reißerisch, emotionalisiert, unausgewogen und stark vorverurteilend" habe die Anklage die Medien informiert. Damit habe sie den Grundsatz der Unschuldsvermutung völlig aus den Augen verloren.

Knapp 900 Einsatzkräfte von Polizei, Staatsanwaltschaft, Steuerfahndung und Zoll hatten im April das Berliner Großbordell Artemis im Stadtteil Charlottenburg durchsucht. Anschließend hatten die Ankläger von organisierter Kriminalität gesprochen. Es gehe um Hinterziehung von Sozialabgaben, Ausbeutung und Gewaltanwendung, sagte Oberstaatsanwalt Andreas Behm - und zog einen Vergleich mit Al Capone im Chicago der Zwanzigerjahre.

Im Zuge der Razzia waren sechs "Verantwortliche der Bordellgesellschaft Artemis" verhaftet worden, neben den beiden Betreibern noch vier sogenannte Hausdamen des Etablissements. Zudem sei Vermögen im Wert von 6,4 Millionen Euro beschlagnahmt worden, darunter Hunderttausende Euro in bar, Autos und Immobilien.

Video: Razzia in Berliner Großbordell Artemis

vks



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