"Aryan Circle"-Razzia Göttinger Polizisten vergaßen Karton mit Beweismitteln

Bei Razzien gegen die Neonazigruppe "Aryan Circle Germany" stellte die Polizei zahlreiche Beweismittel sicher. Nach SPIEGEL-Informationen gingen einige davon wieder verloren.
Ermittler in Bad Segeberg: Kollegen in Göttingen unterlief bei der Razzia wohl eine Panne

Ermittler in Bad Segeberg: Kollegen in Göttingen unterlief bei der Razzia wohl eine Panne

Foto: Markus Scholz/ DPA

Bei der groß angelegten Razzia am Dienstag gegen mutmaßliche Rechtsextremisten in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Brandenburg unterlief der Polizei offenbar eine peinliche Panne. Die Aktion richtete sich gegen mutmaßliche Mitglieder des "Aryan Circle Germany". Bei einem Verdächtigen in Göttingen konfiszierten Beamte der Bereitschaftspolizei unter der Leitung eines örtlichen Ermittlers Handy, Datenträger und diverse andere Beweismittel und packten sie sorgfältig in einen Karton.

Zurück auf dem Revier stellten die Göttinger Polizisten allerdings fest, dass sie den Karton mit den Beweismitteln vor der Wohnung des Verdächtigen vergessen hatten. Als Ermittler zurückkehrten, war der Karton verschwunden. Nur das Mobiltelefon konnten sie bei dem Göttinger Verdächtigen noch sicherstellen.

Der Schwerpunkt der Ermittlungen liegt in Schleswig-Holstein. In einer Mitteilung der zuständigen Staatsanwaltschaft Flensburg hieß es: Die Absicht von "Aryan Circle Germany" sei es, "fremdenfeindlich motivierte Körperverletzungen und Sachbeschädigungen sowie Straftaten nach dem Waffengesetz" zu begehen. Bei der Razzia seien "unglaublich viele Speichermedien" sichergestellt worden, sagte eine Sprecherin am Dienstag.

Als Kopf von "Aryan Circle Germany" gilt eine Szenegröße mit einschlägiger Vergangenheit. Mehr zu dem Mann lesen Sie hier.

gud
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