Messerattacke in ICE Angeklagter in Aschaffenburg zu acht Jahren Haft verurteilt

Ein Mann attackierte einen Mitreisenden in einem ICE mit einem Messer. Das Landgericht Aschaffenburg hat den 43-jährigen Täter jetzt zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt.

Justizgebäude in Aschaffenburg
DPA

Justizgebäude in Aschaffenburg


Ein Mann, der in einem ICE bei Aschaffenburg einen anderen Passagier mit einem Kampfmesser verletzte, ist zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Er sei auch mit fast drei Promille Alkohol im Blut in der Lage gewesen zu wissen, dass es unrecht sei, jemanden mit einem Messer anzugreifen, sagte der Vorsitzende Richter Volker Büchs am Landgericht Aschaffenburg.

Der 43-jährige Angeklagte habe bei der Attacke im April billigend in Kauf genommen, dass der Angegriffene sterben könnte. Die Kammer rückte deshalb nicht vom Vorwurf des versuchten Mordes ab.

Das damals 27 Jahre alte Opfer erlitt eine etwa acht Zentimeter lange und fünf Zentimeter auseinanderklaffende Schnittverletzung im unteren Kinnbereich. Er überlebte den Angriff, es bestand keine Lebensgefahr. Der Angreifer wurde von zufällig mitreisenden Polizisten und Bundeswehrsoldaten überwältigt.

In dem Prozess hatte ein Gutachter den Mann wegen des "Medikamenten-Drogen-Alkohol-Cocktails" im Blut zwar als eingeschränkt steuerungsfähig, nicht aber als schuldunfähig bezeichnet. Er sprach sich zudem für eine Einweisung in eine Entzugsklinik aus. Das Gericht folgte dieser Empfehlung. Der Angeklagte hatte zum Prozessauftakt über seinen Verteidiger mitteilen lassen, dass er sich nicht an den Vorfall erinnern könne.

Der Staatsanwalt hatte sieben Jahre Haft gefordert, der Verteidiger plädierte auf maximal viereinhalb Jahre für gefährliche Körperverletzung. Die Verteidigung kündigte bereits an, in Revision gehen zu wollen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

bbr/dpa



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