Athen Türkisches Flugzeug nach Italien entführt - Protest gegen Papst

Im griechischen Luftraum ist ein Passagierflugzeug entführt worden. Die Maschine war auf dem Flug von Albanien in die Türkei - inzwischen landete sie im italienischen Brindisi. Die Entführer wollen laut Polizei gegen den anstehenden Türkei-Besuch des Papstes protestieren.


Athen - Das türkische Passagierflugzeug hat nach Angaben des griechischen Verteidigungsministeriums einen Notruf abgesetzt, demzufolge es gekapert worden sei. Einem Bericht des türkischen Fernsehens zufolge war die Boeing 737 von der albanischen Hauptstadt Tirana nach Istanbul unterwegs. Sie sei im italienischen Brindisi gelandet. Der Flughafen wurde anschließend gesperrt.

Das türkische Fernsehen zitierte Polizeiquellen, wonach die Entführung ein Protest gegen den anstehenden Besuch Papst Benedikts XVI. in der Türkei sein soll. Der Fluggesellschaft Turkish Airlines zufolge wollen die Täter eine Nachricht an den Papst senden. Aus dem Vatikan heißt es inzwischen, der Papst sei über die Situation informiert. Die Planungen für den Besuch im November gingen weiter.

Der italienischen Luftfahrtbehörde zufolge laufen derzeit Verhandlungen mit den Hijackern. Sie seien ersten Erkenntnissen zufolge offenbar nicht bewaffnet.

Bei den Entführern soll es sich um zwei Türken handeln. Sie seien zur Aufgabe bereit. An Bord sind der Fluggesellschaft Turkish Airlines zufolge 107 Passagiere. Dem Chef der Fluglinie zufolge hat es bisher keine Verletzten gegeben.

Vier griechische Kampfflugzeuge seien aufgestiegen und hätten das Flugzeug bis zur Grenze zum italienischen Luftraum begleitet, hieß es aus Athen. Anschließend zwangen italienische Jagdflugzeuge die Boeing zur Landung.

ler/Reuters/AP/AFP/dpa



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