Martyrium im Sauerland Mädchen soll jahrelang zuhause festgehalten worden sein

Nahezu ihr gesamtes Leben soll eine Achtjährige in einem Haus gelebt haben – ohne es jemals verlassen zu dürfen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Mutter und Großeltern wegen Freiheitsberaubung und Misshandlung.

Ein acht Jahre altes Mädchen soll jahrelang in einem Haus im Sauerland festgehalten worden sein. Die Staatsanwaltschaft in Siegen ermittelt gegen die Mutter des Kindes und die Großeltern, wie ein Sprecher sagte. Man gehe davon aus, dass das Mädchen knapp sieben Jahre in dem Haus der Großeltern im Ort Attendorn gelebt habe – ohne es verlassen zu dürfen.

Die Vorwürfe seien Freiheitsberaubung und Misshandlung von Schutzbefohlenen. Mutter und Großeltern hätten sich allerdings noch nicht dazu geäußert. Mehrere Medien hatten über den Fall berichtet.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll die Mutter beim Jugendamt einst angegeben haben, dass sie samt Kind nach Italien umziehe. Das Jugendamt habe dann allerdings Hinweise erhalten, dass sich das Kind gar nicht in Italien aufhalte.

Nie die Außenwelt gesehen

Italienische Behörden hätten anschließend bestätigt, dass Mutter und Kind nicht vor Ort seien – und wohl auch nie dort gewesen seien. Daher sei das Jugendamt mit der Polizei im September an dem Haus vorstellig geworden.

Das Mädchen sei nun in einer Pflegefamilie, hieß es weiter. Hinweise auf eine körperliche Misshandlung oder Unterernährung gebe es nicht. Allerdings haben das Mädchen die Außenwelt wohl nie gesehen. Die Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen.

sak/dpa
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