Per Haftbefehl gesucht Attila Hildmann hält sich laut Berliner Staatsanwaltschaft in der Türkei auf

Der Verschwörungsideologe Attila Hildmann befindet sich nach Erkenntnissen der Berliner Generalstaatsanwaltschaft in der Türkei. Mit einer baldigen Vollstreckung des Haftbefehls wegen Volksverhetzung sei daher »nicht zu rechnen«.
Kochbuchautor und Corona-Aufwiegler Hildmann (Archivbild)

Kochbuchautor und Corona-Aufwiegler Hildmann (Archivbild)

Foto: imago images/Mike Schmidt

Der Verschwörungsideologe Attila Hildmann ist nach Erkenntnissen der Berliner Generalstaatsanwaltschaft aktuell in der Türkei. Ein Haftbefehl wegen des dringenden Verdachts der Volksverhetzung könne nicht vollstreckt werden, teilte die Behörde mit . Damit sei zeitnah auch »nicht zu rechnen«. Zumal Hildmann neben der deutschen auch die türkische Staatsangehörigkeit habe. Die Türkei liefert eigene Staatsbürger in aller Regel nicht aus.

In dem Ermittlungsverfahren gegen den 39-Jährigen überprüft die Berliner Anklagebehörde mehr als tausend Äußerungen. Es geht dabei neben dem Verdacht auf Volksverhetzung um den Verdacht der öffentlichen Aufforderung zu Straftaten und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte.

Früher als veganer Kochbuchautor bekannt, nennt Hildmann sich selbst »ultrarechts« und einen Verschwörungsprediger. Er war wiederholt bei Protesten gegen die Corona-Schutzmaßnahmen aufgetreten. Dort und auf seinem Telegram-Kanal verbreitete er massive, häufig antisemitische Hetze. Über den ehemaligen Grünen-Bundestagsabgeordneten Volker Beck sagte er: »Für Beck würde ich als zukünftiger Reichskanzler wieder die Todesstrafe durch Eier-Treten auf öffentlichem Platz einführen.«

Die Polizei in Brandenburg hatte bei einer Durchsuchung der Wohnung Hildmanns Beweise zunächst präventiv sichergestellt. Im Dezember war dann per richterlichem Beschluss in Berlin erwirkt worden, dass die Staatsanwaltschaft mehrere Laptops, Handys, Speicherkarten und USB-Sticks auswerten kann.

Die Ermittlungen wurden in Berlin gebündelt. Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) hatte dies mit einer effektiven Strafverfolgung begründet. Mehrere Ermittlungsverfahren aus Brandenburg waren demnach an die Behörde in der Hauptstadt übergeben worden.

wit/dpa/AFP
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