Lebensrettende Herzoperation Neuseeland übernimmt Sorgerecht für Baby von Impfgegnern

In Neuseeland haben Eltern die Herz-OP ihres Babys verhindert, weil sie keine Bluttransfusionen wollten, die möglicherweise von einem gegen Corona geimpften Spender stammen. Nun haben die Behörden eingegriffen.
Gericht in Auckland: »Schwierige Situation für alle Beteiligten«

Gericht in Auckland: »Schwierige Situation für alle Beteiligten«

Foto: Greg Bowker / Getty Images

Die Operation ist lebensnotwendig, aber die Eltern wollten sie ihrem Kind verwehren: Das Oberste Gericht in Neuseeland hat das vorläufige Sorgerecht für einen kranken Säugling übernommen, dessen Eltern aus Angst vor Coronaimpfstoffen in Blutkonserven die Herzoperation abgelehnt hatten.

Das Gericht in Auckland ordnete das Notsorgerecht für das sechs Monate alte »Baby W« an, um die Operation zu ermöglichen, wie auch die Seite Nzherald.com berichtet.  »Die vorrangige Frage ist, ob die vorgeschlagene Behandlung im besten Interesse des Kindes ist«, erklärte das Gericht.

Das Kind stehe nun unter der medizinischen Vormundschaft des Gerichts bis zum »Abschluss seiner Operation« und seiner Genesung spätestens Ende Januar. Für alle anderen Belange bleiben demnach die Eltern sorgeberechtigt. Zudem würden sie regelmäßig darüber informiert, wie die Behandlung verlaufe und wie es dem Baby gehe, hieß es in dem Urteil.

Die Eltern des Babys hatten die Operation blockiert, weil sie keine Bluttransfusionen wollten, die möglicherweise von einem mit einem mRNA-Impfstoff geimpften Spender stammen. Die Gesundheitsbehörden lehnten die Bitte der Eltern nach dem Blut eines ungeimpften Spenders ab.

Neuseelands Blutspendedienst macht keinen Unterschied zwischen Spenden von gegen das Coronavirus Geimpften oder Ungeimpften, da Blut von Geimpften kein zusätzliches Risiko darstellt.

Der Sprecher der neuseeländischen Gesundheitsbehörde, Mike Shepherd, sagte, es handele sich um eine »schwierige Situation für alle Beteiligten«. Die Entscheidung, einen derartigen Antrag bei Gericht zu stellen, werde stets »im Hinblick auf das Wohl des Kindes« getroffen.

Das Baby wird im Starship Children’s Hospital in Auckland behandelt. Am Dienstag hatten etwa 150 Impfgegner vor dem Gerichtsgebäude demonstriert, um die Eltern des Babys zu unterstützen.

kha/AFP
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