Revision Auschwitz-Überlebende kritisieren Justiz wegen Gröning-Verfahren

Der Bundesgerichtshof überprüft seit über einem Jahr das Urteil gegen den früheren SS-Mann Oskar Gröning. Überlebende von Auschwitz beklagen sich nun über das lange Revisionsverfahren.

Oskar Gröning
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Überlebende von Auschwitz haben sich empört über den ihrer Auffassung nach schleppenden Verlauf des Revisionsverfahrens gegen den früheren SS-Mann Oskar Gröning, 95, gezeigt.

Die Revision warte seit über einem Jahr auf einen Abschluss, sagte Christoph Heubner vom Auschwitz-Komitee. "Der Bundesgerichtshof lässt sich viel Zeit", kritisierte der Vize-Exekutivpräsident der Organisation von Auschwitz-Überlebenden. Dabei werde sich seine Entscheidung auf alle weiteren derzeit angestrengten NS-Verfahren auswirken.

"Wann mit einer Entscheidung zu rechnen ist, ist derzeit nicht absehbar", heißt es dazu aus dem Bundesgerichtshof in Karlsruhe.

Gröning wurde im Juli 2015 vom Landgericht Lüneburg wegen Beihilfe zum Mord in mindestens 300.000 Fällen zu vier Jahren Haft verurteilt. Sowohl Nebenklage als auch Verteidigung legten Revision ein. Der frühere Freiwillige der Waffen-SS hatte eingeräumt, Geld aus dem Gepäck der Verschleppten gezählt und weitergeleitet zu haben.

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msc/dpa

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