Aussage des Ex-Liebhabers vor Gericht "Heirat mit Diana? Mein Leben wäre die Hölle gewesen"

Das Leben der vermeintlichen Märchenprinzessin Diana war kein Kitschroman. Eine mögliche Ehe mit der meistfotografierten Frau der Welt sei ihm gar wie "die Hölle" erschienen, so Dianas Ex-Freund Hasnat Khan. Seine Aussage wurde nun vor einem Londoner Gericht gehört.


London - Für einen Menschen, der die Öffentlichkeit scheut, ist ein persönliches Erscheinen beim Diana-Prozess in London die größte anzunehmende Unannehmlichkeit. Hasnat Khan, 48, ging ihr denn auch lieber aus dem Weg, obwohl der Herzchirurg eine Vorladung erhalten hatte. Der Mediziner sollte über seine zwei Jahre währende Beziehung zu Prinzessin Diana Auskunft erteilen.

Das Gericht musste sich mangels eines persönlichen Auftritts des Diana Ex-Freundes mit der Verlesung einer Aussage zufrieden geben, die der Mediziner bereits 2004 machte, auch damals im Rahmen einer Untersuchung von Dianas Todesumständen. Nun wurden die Äußerungen Khan erstmals öffentlich gemacht.

Ja, von einer möglichen Heirat und sogar Kindern sei zwischen ihm und Diana die Rede gewesen, teilte Khan mit. Doch ein Leben an der Seite der meistfotografierten Frau der Welt war dem Herzchirurgen nicht wirklich erstrebenswert erschienen. "Ich wusste, dass ich dann kein normales Leben mehr würde führen können", so Khan, der nach Bekanntwerden der Beziehung Morddrohungen erhalten hatte. "Meine größte Befürchtung hinsichtlich einer Heirat war, dass mein Leben dann die Hölle wäre - weil sie eben war, wer sie war."

Khan gilt mythenbeflissenen Diana-Biografen als "große Liebe" der kapriziösen Prinzessin, sein Deckname in der Diana-Literatur lautet denn auch sehr lyrisch "Der Einzige". Dass er so einzig dann doch nicht war, soll schließlich zum Ende der Beziehung geführt haben.

Im Sommer 1997, Diana hatte auf Einladung des Unternehmers Mohammed Al-Fayed Urlaubstage auf dessen Anwesen in Südfrankreich verbracht, beschlich Khan der Verdacht, Diana treffe sich "mit einem anderen Mann".

In einem Park in London habe es eine Aussprache gegeben. "Sie war einfach nicht sie selbst, guckte ständig nach ihrem Handy", so Khan. "Ich habe ihr auf den Kopf zugesagt, dass sie einen anderen kennengelernt habe, dass es jemand aus dem Umkreis Fayeds sein müsse. Ich war überrascht, als sie das verneinte."

Bei einem zweiten Treffen habe Diana, die mittlerweile mit Dodi Al-Fayed liiert war, Khan aber schließlich eröffnet, "es sei alles aus zwischen uns." "Du bist erledigt", habe Khan ihr daraufhin gesagt. Er habe damit ausdrücken wollen, wie unpassend es ihm schien, dass sich Diana mit jemanden aus dem Umkreis des als äußerst umstrittenen Al-Fayed eingelassen habe.

"Ich glaube, Diana hatte letztlich eingesehen, dass Al-Fayed ihr all das geben konnte, was ich ihr nicht geben konnte", so Khans Aussage weiter. "Er hatte Geld und konnte die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen finanzieren. Man sieht einen Al-Fayed nie ohne sechs oder sieben Bodyguards."

Dass Diana, wie Mohammed Al-Fayed glauben machen will, auf Betreiben der königlichen Familie ermordet wurde, weil sie mit Dodi einen Moslem heiraten wollte, verwies Khan ins Reich der Märchen. Diana habe heiraten können "wen sie wollte". Auch, dass die Adlige von Dodi schwanger gewesen sein soll, ist nach Khans Ansicht wenig wahrscheinlich: Sie sei immer "sehr gewissenhaft" gewesen, was die Pille betraf.

pad/Reuters



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