Entscheidung in Abschiebedrama Tamilische Familie darf nach jahrelangem Verfahren in Australien bleiben

Nach vierjähriger Odyssee haben australische Behörden das Abschiebeverfahren gegen eine tamilische Familie eingestellt. Mit der Entscheidung hat die neue Labor-Regierung ein Wahlversprechen eingelöst.

Eine tamilische Familie, deren Schicksal jahrelang auch international Schlagzeilen machte , darf permanent in Australien bleiben. Ein Team des Innenministeriums überbrachte Vater Nades Murugappan, seiner Frau Priya und den beiden in Australien geborenen Töchtern am Freitag die Nachricht, wie der Sender ABC unter Berufung auf die Behörden berichtete . Damit hat die neue Labor-Regierung von Premierminister Anthony Albanese ein Wahlversprechen eingelöst.

In einem Statement via Facebook  erklärte Priya Murugappan: »Jetzt weiß ich, dass meine Töchter sicher in Australien aufwachsen werden. Jetzt können mein Mann und ich ohne Angst leben.« Es sei ein sehr glücklicher Tag für ihre Familie.

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Einwanderungsminister Andrew Giles erklärte, der Entscheidung sei eine »sorgfältige Prüfung der komplexen und spezifischen Umstände« vorausgegangen. Bereits wenige Wochen nach der Parlamentswahl durfte die Familie im Juni nach langer Abschiebehaft in den Ort Biloela im Bundesstaat Queensland zurückkehren, wo sie bis zum Beginn ihrer Odyssee vor vier Jahren gelebt hatte.

Haft auf der Weihnachtsinsel

Das Ehepaar Murugappan war vor zehn Jahren per Boot aus Sri Lanka nach Australien geflohen. Ab 2014 durften die beiden sich in Biloela niederlassen, um den Ausgang ihres Asylverfahrens abzuwarten. Sie fanden Arbeit, bekamen zwei Kinder, waren integriert. Aber dann wurde ihr Asylgesuch abgelehnt und auch ein befristetes Visum lief im März 2018 aus. In Melbourne saß die Familie in Abschiebehaft und wurde im August 2019 ohne Vorwarnung in ein Flugzeug gesetzt – bevor dieses wegen eines neuen Gerichtsbeschlusses auf halber Strecke nach Sri Lanka kehrtmachte und nach Australien zurückkehrte. Zeitweise wurden die Murugappans in einem Haftzentrum auf der abgelegenen Weihnachtsinsel festgehalten – als einzige Insassen.

Jahrelang gab es immer wieder Demonstrationen für die Familie. Hunderttausende unterzeichneten Petitionen, eine Unterstützergruppe sammelte auf einer Website  Spenden. Beobachtern zufolge steht die Geschichte beispielhaft für die umstrittene Asylpolitik Australiens, besonders unter der konservativen Vorgängerregierung.

swe/dpa
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