Podcast zum Fall Dawson Berühmter »Cold Case« – Australier muss wegen Mordes an seiner Frau 24 Jahre in Haft

Vor 40 Jahren verschwand Lynette Dawson spurlos, die Polizei tappte lange im Dunkeln. Bis ein Podcast den Fall neu aufrollte. Nun wurde der Ehemann wegen Mordes verurteilt.
Verurteilter Mörder: Chris Dawson verlässt im Mai 2022 das Gericht in Sydney

Verurteilter Mörder: Chris Dawson verlässt im Mai 2022 das Gericht in Sydney

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Bianca de Marchi / AAP / IMAGO

In Australien ist ein Mordfall aus den Achtzigerjahren auf spektakuläre Weise zu Ende gegangen: Chris Dawson, 74, ist wegen Mordes an seiner Frau verurteilt worden. Der frühere Lehrer soll 24 Jahre in Haft, wie auch »The Australian« berichtet.  

Der Fall war lange Zeit in Vergessenheit geraten, bis der Podcast »The Teachers Pet« des australischen Journalisten Hedley Thomas ihn neu aufrollte: Im Januar 1982 war Dawsons Frau Lynette spurlos verschwunden. Chris Dawson behauptete, sie habe ihn und die zwei gemeinsamen Kinder verlassen.

Doch diese Aussage schien vielen sehr unglaubwürdig, zumal Lynette ihre zwei kleinen Töchter nie verlassen hätte, wie Familienangehörige und Freunde mehrfach aussagten.

Zudem hatte Chris Dawson längst eine Affäre mit seiner ehemaligen Schülerin Joanne Curtis angefangen. Curtis zog nach dem Verschwinden von Lynette bei den Dawsons ein und heiratete später Chris Dawson. Die Polizei legte den Mordfall recht schnell zu den Akten. Die Leiche von Lynette wurde nie gefunden.

Neue Erkenntnisse

Im Jahr 2018 wurde »The Teachers Pet« ausgestrahlt, schnell wurde der Podcast zum Hit. Die Polizei nahm die Ermittlungen wieder auf und kam zu neuen Erkenntnissen. Wenige Monate nach Ausstrahlung der ersten Episoden wurde Dawson festgenommen. Er beteuerte im Prozess seine Unschuld.

Das Gericht aber sah es nun als erwiesen an, dass der Angeklagte seine Frau getötet hat. Die Affäre mit seiner Ex-Schülerin sei das Motiv für den Mord gewesen, erklärte Richter Ian Harrison.

Dawson habe bis zu seiner Verhaftung vor vier Jahren 36 Jahre lang nach dem Mord unbeeinträchtigt in der Gesellschaft gelebt, sagte Harrison.

Dawsons Anwalt, Greg Walsh, erklärte, er werde gegen das Urteil Berufung einlegen. »Unser Rechtssystem und unsere Demokratie beruhen auf der Unschuldsvermutung«, sagte Walsh. Er argumentierte zudem, der Podcast habe Dawson ein faires Verfahren verwehrt.

kha/AFP/Reuters

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