Verheerende Buschfeuer Australische Polizei schnappt Brandstifter - und findet weiteren Toten

Rettungskräfte befreiten gerade einen verunglückten Gleitschirmflieger aus einem Baum - da fiel ihnen verdächtiges Verhalten am Boden auf: In Australien sind zwei Männer wegen Brandstiftung festgenommen worden.

Feuerwehrleute nahe Sydney: Noch ein Mensch wurde Opfer der Flammen
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Feuerwehrleute nahe Sydney: Noch ein Mensch wurde Opfer der Flammen


Die Brandgefahr ist zuletzt wegen fallender Temperaturen und abflauender Winde etwas gesunken. Trotzdem ist die Zahl der Todesopfer bei den Buschbränden in Australien auf nunmehr vier gestiegen. Bei Löscharbeiten in Kempsey im Bundesstaat New South Wales sei die Leiche eines Mannes entdeckt worden, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Er galt seit einigen Tagen als vermisst.

Außerdem haben die Behörden inzwischen zwei mutmaßliche Brandstifter festgenommen. Feuerwehrleute waren nach Angaben der Polizei bei einem Einsatz zur Rettung eines Gleitschirmfliegers aus einem Baum nahe Wollongong, knapp 80 Kilometer südlich von Sydney, auf einen 20-Jährigen aufmerksam geworden, der eben einen Buschbrand entfacht hatte. Der Brand sei umgehend gelöscht worden, da die Flammen nur einen kleinen Bereich erfasst hätten.

Ein weiterer mutmaßlicher Brandstifter sei am Mittwochabend gefasst worden, nachdem die Besatzung eines Armeehubschraubers verdächtiges Benehmen eines Mannes im Royal National Park bei Sydney beobachtet hatte. Die Soldaten unterstützten die Polizei bei der Suche nach dem Mann, der sich vor den Beamten versteckt hatte, berichtete der "Daily Telegraph" am Donnerstag.

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Buschfeuer in Australien: Ein Land im Krisenmodus

Nach Dafürhalten der Behörden sind einige der vielen Buschbrände absichtlich gelegt worden. Die Flammen haben in New South Wales (NSW) und im benachbarten Queensland bereits mehrere Tausend Quadratkilometer Buschland erfasst. Beide Regionen haben den Notstand ausgerufen. An Teilen der auch bei Touristen beliebten Ostküste wurden am Mittwoch Evakuierungen angeordnet.

Leichte Entspannung in NSW, dafür wird es in Queensland problematisch

Allein in Queensland brennen vier Buschfeuer, die als Notfälle auf höchster Gefahrenstufe gelten. Die Behörden ordneten in vielen Gemeinden Evakuierungen an. Die höchste Warnstufe der Feuerwehr gilt etwa für Noosa North Shore, einen Strandort etwa 150 Kilometer nördlich der Hauptstadt Brisbane.

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Die Menschen wurden zum sofortigen Verlassen der Gegend aufgefordert. Das Buschfeuer lodert den Behörden zufolge weniger als einen Kilometer entfernt von einem Campingplatz an der Küste. Der einzige Ausweg führt demnach über das Meer: Die Menschen sollen sich per Fähre in Sicherheit bringen, solange sie noch können.

Insgesamt wurden im Osten Australiens bereits mehr als 1,1 Millionen Hektar Land in Mitleidenschaft gezogen. In New South Wales gibt es etwa 70 Brände, von denen 50 eingedämmt werden konnten. Seit vergangener Woche wurden etwa 300 Häuser von Feuern beschädigt oder zerstört.

jok/dpa



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