Prozess in Würzburg Opfer lehnt Entschuldigung des Autobahnschützen ab

Mehr als 700 Mal soll ein Lkw-Fahrer auf andere Wagen geschossen haben - im Prozess hat nun eine Frau ausgesagt, die getroffen wurde: "Kein Geld der Welt wird das, was mir passiert ist, je wettmachen."

Der wegen versuchten Mordes angeklagte Fernfahrer im Landgericht Würzburg: Entschuldigung abgelehnt
DPA

Der wegen versuchten Mordes angeklagte Fernfahrer im Landgericht Würzburg: Entschuldigung abgelehnt


Würzburg - Er soll aus Frust gehandelt haben: Ein Lastwagenfahrer soll auf der Autobahn andere Fahrzeuge beschossen haben - und das mehr als 700 Mal. Einer der Schüsse, die ihm angelastet werden, traf eine Geschäftsfrau lebensgefährlich. Vor Gericht entschuldigte sich der 58-jährige Angeklagte nun bei seinem mutmaßlichen Opfer. Doch die Frau wies die Entschuldigung zurück.

"Kein Geld der Welt wird das, was mir passiert ist, je wieder wettmachen", sagte die 45-Jährige vor dem Landgericht Würzburg im Hinblick auf eine angebotene Entschädigung.

Sie war im November 2009 auf der Autobahn 3 bei Würzburg in den Hals getroffen worden. Es ist der schwerwiegendste Fall in der jahrelangen Serie von Schüssen auf Fernstraßen.

Zuvor war der Angeklagte im Prozess schwer belastet worden. Seine Lkw-Mautdaten zeigen nach Auswertung der Polizei, dass er auch beim Schuss auf die Geschäftsfrau im November 2009 am Tatort gewesen sein kann.

Der mutmaßliche Schütze aus der Eifel sei um 16.55 Uhr an der Anschlussstelle Nürnberg-Nord auf die A3 Richtung Westen gefahren, sagte eine Kriminalbeamtin. Bei einer Geschwindigkeit von gut 83 Kilometern pro Stunde wäre er dann zur Tatzeit am Tatort gewesen.

Der Lkw-Fahrer hatte Schüsse auf die Ladung von Lastwagen gestanden. An die Zahl der Schüsse und Tatorte könne er sich nicht erinnern. Zudem habe er niemanden verletzen wollen. Den Vorwurf des versuchten Mordes in fünf Fällen weist die Verteidigung daher zurück. Insgesamt ist der Mann wegen 171 Fällen angeklagt.

gam/dpa

insgesamt 27 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Checkker 18.08.2014
1. Die
Verteidiger sind echt geil. Man wünscht sich fast, sie hätten auch einmal in einem der Fahrzeuge gesessen, auf die der Angeklagte geschossen hat. Der gehört lebenslang weggesperrt.
cafe_kehse 18.08.2014
2. Wenn man sich vorstellt,....
....man fährt mit 280 km/h auf der linken Spur und wird von einem Schuss getroffen - dann ist es das Todesurteil. Man kommt ins Schleudern. Und das war´s dann. Niemand rechnet mit einem Schuss aus einem Lkw. Der Fall wird aber von den Überwachungsfanatikern benutzt werden, auch für Pkw´s die Überwachung per On board units einzuführen, naürlich wegen der Sicherheit. Man kann das Volk so herrlich überwachen.
spon-1280943165745 18.08.2014
3. Entschuldigung
Die Geschädigte hat recht. Warum soll sie etwas für das "Seelenheil" des Angeklagten tun zumal die Entschuldigung wahrscheinlich nur aus taktischen Gründen erfolgte.
maledicto 18.08.2014
4.
Zitat von cafe_kehse....man fährt mit 280 km/h auf der linken Spur und wird von einem Schuss getroffen - dann ist es das Todesurteil. Man kommt ins Schleudern. Und das war´s dann. Niemand rechnet mit einem Schuss aus einem Lkw. Der Fall wird aber von den Überwachungsfanatikern benutzt werden, auch für Pkw´s die Überwachung per On board units einzuführen, naürlich wegen der Sicherheit. Man kann das Volk so herrlich überwachen.
Wer mit 280 kmh unterwegs ist, ist sowieso schon ein potentielles Unfallopfer.
totenkopf75 18.08.2014
5. versuchter Mord
Das war eindeutig Mordversuch. Man sollte den Taeter psychiatrisch untersuchen, sollte er irre sein, gehoert er in ein forensisches Spezialkrankenhaus und zwar lebenslang.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.