71-Jährige vor Gericht Autorin von »Wie man seinen Ehemann tötet« wegen Mordes an Ehemann verurteilt

Die Geschworenen eines Gerichts in Oregon haben Nancy Crampton Brophy wegen Mordes an ihrem Mann schuldig gesprochen. In einem Essay hatte sie 2011 geschrieben, »dass jeder von uns dazu in der Lage ist«.
Nancy Crampton Brophy (l.): »Zufällig« in der Nähe des Tatorts

Nancy Crampton Brophy (l.): »Zufällig« in der Nähe des Tatorts

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Dave Killen / AP

Wie eine Anleitung liest sich die kurze Abhandlung eigentlich nicht, doch in den USA ist eine Schriftstellerin, die einen Essay mit dem Titel »Wie man seinen Ehemann tötet«  geschrieben hat, wegen Mordes an ihrem Ehemann verurteilt worden. Nach achtstündigen Beratungen befanden die Geschworenen eines Gerichts im US-Bundesstaat Oregon Nancy Crampton Brophy des Mordes an ihrem Mann für schuldig.

Die Schriftstellerin, auf Liebesromane mit Titeln wie »Die Hölle im Herzen« oder »Der falsche Ehemann« spezialisiert, hatte alle Vorwürfe abgestritten. Den Staatsanwälten zufolge hatte sie finanzielle Probleme. Demnach hatte sie ihren Mann im Juni 2018 in der Kochschule, in der er als Koch tätig war, mit zwei Schüssen ins Herz getötet, um seine Lebensversicherung zu kassieren. Sie wies dieses Motiv entschieden zurück.

Bilder einer Überwachungskamera, auf denen sie in der Nähe des Tatorts zu sehen war, zeigten sie laut eigener Aussage lediglich bei der Suche nach Inspiration für ihre Bücher. Sie sei zufällig dort gewesen. Eine später verschwundene Pistole – laut Polizei die Tatwaffe – habe sie als Requisite für das Schreiben eines Buches gekauft. In ihrem Essay von 2011 heißt es, Schusswaffen seien »laut, dreckig und erfordern einige Fähigkeiten«.

»Jeder von uns ist dazu in der Lage«

Die Autorin war im September 2018 festgenommen worden und befand sich seitdem in Haft. Die Dauer der Strafe, die die Schriftstellerin antreten muss, ist noch nicht bekannt. Das Strafmaß solle am 13. Juni verkündet werden, berichtete die »Los Angeles Times« . Die Anwälte der 71-Jährigen haben laut der Lokalzeitung »The Oregonian« bereits angekündigt, dass sie in Berufung gehen wollen.

Der Richter hatte den Essay im Prozess nicht berücksichtigt. Obwohl dessen Fazit lautet: »Das Wichtigste, was man über Mord wissen muss, ist, dass jeder von uns dazu in der Lage ist, wenn man ihn nur weit genug treibt«.

pbe/AFP
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