Prozess in Düsseldorf Amokläufer wollte wohl von Polizei erschossen werden

Er soll mehrere Menschen mit einer Axt angegriffen und dabei neun Personen verletzt haben. Nun hat der Prozess gegen den mutmaßlichen Amokläufer vom Düsseldorfer Hauptbahnhof begonnen.

Der Angeklagte vor dem Düsseldorfer Landgericht
DPA

Der Angeklagte vor dem Düsseldorfer Landgericht


Ein halbes Jahr nach dem Axtangriff am Düsseldorfer Hauptbahnhof hat der Prozess gegen den Angeklagten begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm versuchten Totschlag in acht Fällen vor. Nach Angaben eines Psychiaters soll er auf Befehl innerer Stimmen gehandelt haben.

Diese hätten ihm die wahllosen Attacken auf Reisende befohlen, um damit seine Tötung durch die Polizei zu provozieren. Das habe ihm der psychisch kranke Mann bei seiner Begutachtung berichtet, sagte der Sachverständige beim Prozessauftakt am Düsseldorfer Landgericht.

Der aus dem Kosovo stammende Angeklagte soll am 9. März wahllos im Düsseldorfer Hauptbahnhof mit einer Axt auf Fahrgäste eingeschlagen haben. Neun Menschen wurden verletzt, vier von ihnen schwer, darunter ein 13-jähriges Mädchen.

Nach der Tat soll der Mann in die Bahnhofshalle geflüchtet sein. Als dort Bundespolizisten seine Verfolgung aufnahmen, rannte er über die Gleise und sprang von einer Brücke unmittelbar neben dem Düsseldorfer Hauptbahnhof. Dabei erlitt er schwere Verletzungen. Die Ermittler gehen davon aus, dass der 36-Jährige durch seinen Amoklauf in letzter Konsequenz seinem eigenen Leben ein Ende setzen wollte.

Die Tat hatte laut den Ermittlern keinen islamistischen oder politischen Hintergrund. Dem 36-Jährigen droht die unbefristete Unterbringung in einer geschlossenen Psychiatrie. Er soll zur Tatzeit an einer chronischen Schizophrenie erkrankt und dadurch schuldunfähig gewesen sein.

Anmerkung: Wir haben den Vorwurf der Staatsanwaltschaft präzisiert.

asc/dpa/AFP



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