Babyraub Erste Spur 23 Jahre nach Kindesentführung

1984 wurde der damals fünf Monate alte Felix Tschök in der Dresdner Innenstadt entführt. Jetzt haben die Ermittler Namen von vier Tatverdächtigen: Die damaligen Angehörigen der Sowjetarmee sollen ein krankes Baby gegen den gesunden Jungen getauscht haben.

Dresden - 23 Jahre nach dem Babyraub in Dresden sind die Ermittler womöglich einen entscheidenden Schritt bei der Aufklärung vorangekommen. Wie die "Dresdner Morgenpost" berichtet, haben russische Behörden den sächsischen Ermittlern erstmals konkrete Namen von vier verdächtigen Männern mitgeteilt.

Die vier Russen sollen 1984 als hochrangige Angehörige der Sowjetarmee mit ihren Frauen in Dresden gelebt und auch gemeinsame Kinder bekommen haben. Es wird vermutet, dass sie damals einen mutmaßlich kranken Sohn gegen den gesunden Jungen ausgetauscht haben könnten.

Der fünf Monate alte Felix Tschök war am 28. Dezember 1984 in Dresden aus dem Kinderwagen entführt worden, als seine Eltern in einem Warenhaus einkauften. Als wenige Tage später in der Dresdner Neustadt ein krankes Findelkind entdeckt wurde, erhärtete sich der Verdacht der Ermittler, dass Angehörige der russischen Armee ihren mutmaßlich kranken Sohn gegen einen gesunden deutschen Jungen ausgetauscht hätten. Eine Sonderkommission hatte schon damals zu dem Babyraub ermittelt, wurde aber gestoppt, als alle Spuren in die Kaserne der Sowjetstreitkräfte führten.

Vor einigen Jahren wurden die Ermittlungen nach neuerlichen Ersuchen der Eltern von Felix wieder aufgenommen. Die Dresdner Staatsanwaltschaft hatte nach einem erfolglosen Versuch 2003 in diesem Frühjahr zwei neue Rechtshilfeersuche an Russland und Weißrussland gestellt, um den Verbleib des Kindes zu klären.

Alle Verdächtigen leben nach Angaben der Dresdner Staatsanwaltschaft heute in ehemals sowjetischen Teilrepubliken.

esp/ddp

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