Rechtsextreme Chats Polizei ermittelt gegen freiwillige Feuerwehrleute in Thüringen

Sie verschickten in einer Chatgruppe Hitlerfotos und scherzten über Konzentrationslager: In Thüringen wird gegen Angehörige einer freiwilligen Feuerwehr ermittelt. Sie sollen zum Teil bereits zuvor auffällig geworden sein.

Thüringens Polizei hat gegen Angehörige der freiwilligen Feuerwehr ermittelt, die im Verdacht stehen, eine rechtsextreme Chatgruppe gebildet zu haben.

Es gehe um mögliche politisch motivierte Straftaten von einigen Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr Bad Lobenstein, teilte eine Sprecherin des Thüringer Innenministeriums mit und bestätigte einen Bericht von "Business Insider Deutschland ".

Laut der Nachrichtenseite wurde in dem Chat der Feuerwehrleute etwa ein Bild Adolf Hitlers mit der Botschaft "Geh wählen!!!" verschickt. Das Foto eines Schildes vor dem SS-Bereich eines Konzentrationslagers wurde demnach mit dem Kommentar "Richtigen Aufstellplatz gefunden 👌" versandt.

Die Behörden wurden "Business Insider" zufolge bereits vor Monaten auf die rechtsextremen Nachrichten hingewiesen. Bei Durchsuchungen bei den Chat-Teilnehmern seien eine Schreckschusspistole, Böller und digitale Datenträger sichergestellt worden, heißt es unter Berufung auf die Sicherheitsbehörden.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Chat-Teilnehmer offenbar mit Vorgeschichte

Einige der Personen waren den Behörden offenbar schon länger bekannt, darunter ein Jugendwart, der Anhänger der sogenannten Reichsbürgerbewegung sein soll. Personelle Konsequenzen hatten die Ermittlungen der Seite zufolge noch nicht.

In den vergangenen Monaten hatten bundesweit bereits rechtsextreme Chatgruppen in der Polizei für Debatten und Untersuchungen gesorgt. Hartmut Ziebs, früherer Präsident des Deutschen Feuerwehrverbands, hatte im vergangenen Jahr im SPIEGEL-Interview gesagt, dass Rechtsnationale ein starkes Interesse an der Feuerwehr hätten.

Er hatte vor einer möglichen Unterwanderung der Feuerwehr durch Rechtsextremisten gewarnt. "Grundsätzlich ist die Feuerwehr nicht rechts. Unsere Mitglieder gehören überwiegend zur demokratischen Mitte", sagte Ziebs. Wenige Tage nach dem Interview hatte Ziebs wegen interner Querelen in dem Verband schließlich seinen Rückzug angekündigt.

fek/dpa