Mutmaßlicher rassistischer Übergriff Verdacht der unterlassenen Hilfeleistung – Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Polizist

Ein Somalier soll in einem Bus in Bad Schlema rassistisch attackiert und verletzt worden sein. Die Staatsanwaltschaft ermittelt auch gegen einen Polizisten – er soll nicht eingegriffen haben.
Polizeieinsatz (Symbolbild)

Polizeieinsatz (Symbolbild)

Foto: Ina Fassbender / AFP

Nach einem mutmaßlich rassistischen Angriff auf einen Somalier im sächsischen Bad Schlema ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen drei Männer, darunter einen Polizisten. Ihm wird unterlassene Hilfeleistung vorgeworfen, während die beiden anderen Männer unter Verdacht der gefährlichen Körperverletzung stehen, wie die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Chemnitz sagte. Die Ermittlungen stünden noch am Anfang.

In einem Linienbus soll der 20-Jährige am vergangenen Samstagabend rassistisch angegangen und verletzt worden sein. Der Übergriff ging wohl von einer Gruppe von acht deutschen Männern im Alter von 37 bis 49 Jahren aus. Nach Beleidigungen sollen zwei der Männer auf den Mann eingetreten haben.

Videoaufnahmen aus dem Bus hatten nach Angaben der Polizei gezeigt, dass der Polizist zwar nicht aktiv an diesem Übergriff beteiligt war, aber auch nicht eingegriffen habe. Der 39-Jährige ist bei der Polizeidirektion Zwickau tätig, war zu der Zeit aber nicht im Dienst. Gegen ihn wurde zunächst ein Disziplinarverfahren eingeleitet. Dieses ruhe wegen der strafrechtlichen Ermittlungen nun aber vorerst, hieß es.

Die zuständigen Polizeipräsidenten von Chemnitz und Zwickau, Carsten Kaempf und Lutz Rodig, hatten das Verhalten des Polizisten verurteilt: »Wir erwarten von unseren Polizisten, dass sie auch außerhalb des Dienstes die Begehung von Straftaten verhindern, zu deren Aufklärung beitragen und nicht wegschauen.« Der Fahrer des Busses hatte die Polizei gerufen.

ptz/dpa
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