Missbrauchsprozess in Baden-Baden Schwimmlehrer zu langer Gefängnisstrafe verurteilt

Er filmte Übergriffe mit einer Unterwasserkamera: Ein Schwimmlehrer ist wegen sexuellen Missbrauchs Dutzender Mädchen im Badischen zu langer Haft verurteilt worden. Sicherungsverwahrung wurde angeordnet.

Der Schwimmlehrer im Gerichtssaal
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Der Schwimmlehrer im Gerichtssaal


Wegen des Missbrauchs Dutzender Mädchen hat das Landgericht Baden-Baden einen Schwimmlehrer zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Die Kammer sah es als erwiesen an, dass der 34-Jährige sich an rund 40 Kindern verging - und ordnete auch Sicherungsverwahrung gegen den Täter an.

Die Taten hatten sich laut Anklage im Schwimmbecken oder in der Umkleidekabine ereignet. Ein Sachverständiger attestierte dem Angeklagten im Prozess pädophile Neigungen und volle Schuldfähigkeit. Die Staatsanwaltschaft beantragte zum Ende des Verfahrens eine Haftstrafe von zwölf Jahren und sechs Monaten mit anschließender Sicherungsverwahrung. Der Verteidiger forderte mit sechs Jahren Haft ein milderes Urteil, auch die Voraussetzungen für eine Sicherungsverwahrung seien nicht gegeben.

Das jüngste Opfer war erst vier

Die schweren Übergriffe im Kreis Rastatt, Ortenaukreis, Kreis Calw sowie in Lörrach und Baden-Baden hatte der Mann zum Teil mit einer Unterwasserkamera gefilmt, entsprechende Aufnahmen wurden bei Durchsuchungen seiner Wohnung sichergestellt.

Dem 34-Jährigen wurden weit mehr als hundert einzelne, zwischen Oktober 2015 und September 2017 begangene Taten zur Last gelegt - darunter neben schwerem Missbrauch auch Nötigung, Körperverletzung und massive Einschüchterung einiger Kinder. Das jüngste Opfer war erst vier Jahre alt.

Der Angeklagte räumte die Taten am zweiten Prozesstag in einer von seinem Anwalt verlesenen Erklärung zum Teil ein. Er beschuldigte auch seinen ehemaligen Chef, ihn erpresst und zu einem Teil der Straftaten gezwungen zu haben. Die Vorwürfe erwiesen sich jedoch rasch als haltlos, die Ermittlungen dazu wurden eingestellt.

Das Verfahren kam in Gang, als die Eltern von zwei Fünfjährigen im Sommer 2017 unabhängig voneinander bei der Kriminalpolizei Rastatt Anzeige erstatteten. Es folgten umfangreiche Ermittlungen. Rund 160 Schwimmkurse, die der Angeklagte für jeweils bis zu 14 Kinder gegeben hatte, wurden überprüft und Hunderte Eltern kontaktiert.

apr/dpa

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