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19. Januar 2019, 12:14 Uhr

B31 bei Freiburg

Autofahrer hindert Rettungswagen minutenlang am Überholen

Mit Spurwechseln hat ein Autofahrer einen Rettungswagen im Einsatz über mehrere Kilometer am Überholen gehindert. Die Polizei spricht von Nötigung und sucht Zeugen, um den Fahrer zu identifizieren.

Der Fahrer eines blauen Mercedes-Sprinters hat auf der B31 bei Buchenbach nahe Freiburg offenbar kilometerlang einen Rettungswagen mit einem kranken Kind an Bord am Überholen gehindert. Der Rettungswagen sei mit Blaulicht und Martinshorn unterwegs gewesen, teilte ein Polizeisprecher mit.

Dennoch habe der Autofahrer die Fahrbahn über mindestens drei Kilometer nicht freigemacht und sei stattdessen immer wieder weit nach links auf die Gegenfahrbahn gefahren. So konnte das Einsatzfahrzeug erst überholen, als die Fahrbahn zweispurig wurde.

Kein Zugriff auf Mautzählerdaten

Die Polizei sucht jetzt wegen Nötigung nach dem Fahrer des Mercedes. Es bestehe der Verdacht, dass er mit Vorsatz gehandelt habe, hieß es. Auf Facebook teilte die Polizei mit, dass die Besatzung des Rettungswagens zwar das Kennzeichen notiert habe: "Die Ermittlungen müssen es aber dennoch zunächst verifizieren". Auf die Daten des in der Nähe befindlichen Mautzählers dürfe sie dafür nicht zugreifen, weshalb sie Zeugen des Vorfalls bittet, sich zu melden. Zum Zustand des Kindes konnten die Beamten zunächst keine Angaben machen.

Es wäre nicht das erste mal, dass Autofahrer Rettungskräfte mutwillig bei der Arbeit behindern. Bereits Anfang des Jahres hatte ein Mann einen im Einsatz abgestellten Rettungswagen in Hessen umgeparkt, weil er Platz für sein eigenes Fahrzeug schaffen wollte.

fek/pbe/dpa

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