NS-Verbrechen Mutmaßliche Auschwitz-Wachleute freigelassen

Zwei mutmaßliche Auschwitz-Wachleute sind aus der Untersuchungshaft in Baden-Württemberg entlassen worden - aus gesundheitlichen Gründen. Gegen die 92 und 94 Jahre alten Männer wird aber weiterhin ermittelt.


Stuttgart - Die drei Mitte Februar festgenommenen mutmaßlichen Auschwitz-Wachmänner sind alle wieder auf freiem Fuß. Der Haftbefehl wurde nun auch gegen den dritten von ihnen wegen gesundheitlicher Probleme außer Vollzug gesetzt, wie eine Sprecherin des Stuttgarter Amtsgerichts mitteilte.

Die Männer im Alter von 88, 92 und 94 Jahren kommen alle aus Baden-Württemberg. Sie sollen in Auschwitz Beihilfe zum Mord geleistet haben. Der dringende Tatverdacht gegen sie besteht den Angaben zufolge fort, die Ermittlungen laufen weiter.

Der erste der mutmaßlichen KZ-Wächter war in der vergangenen Woche vorläufig freigekommen - unter anderem, weil er zur Tatzeit minderjährig war. Der 94-Jährige folgte am Mittwoch, nun wurde auch der 92-Jährige aus dem Gefängniskrankenhaus entlassen. Der Mann aus dem Rhein-Neckar-Kreis musste 100.000 Euro Kaution hinterlegen und seinen Pass abgeben; er muss sich regelmäßig bei der Polizei melden.

Auf NS-Verbrechen spezialisierte Fahnder hatten Mitte Februar in mehreren Bundesländern Wohnräume mutmaßlicher ehemaliger SS-Wachmänner des KZ Auschwitz durchsucht und in Baden-Württemberg drei von ihnen verhaftet. In dem größten der nationalsozialistischen Todeslager wurden mindestens 1,1 Millionen Häftlinge ermordet, die meisten davon Juden.

ulz/dpa

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.