Baden-Württemberg LKA befürchtet Rockerkrieg zwischen Türken und Kurden

Die Krise in der Türkei bereitet Ermittlern in Baden-Württemberg Sorgen: Nach SPIEGEL-Informationen befürchtet das Landeskriminalamt, die Konflikte könnten sich hierzulande in einem Rockerkrieg entladen.

Mitglieder der Rockergruppe "Osmanen"
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Mitglieder der Rockergruppe "Osmanen"

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Das baden-württembergische Landeskriminalamt warnt vor einer Eskalation der Gewalt zwischen türkischen und kurdischen Rockern. Wie nach Informationen des SPIEGEL aus einem vertraulichen Lagebericht hervorgeht, tragen die verfeindeten Gangs "den aktuell in der Türkei stattfindenden politischen Kampf auch in Deutschland aus".

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Heft 33/2016
Warum der Mensch die Meere retten muss

Auf der einen Seite stehen demnach nationalistische Türken, die sich in der Bande "Osmanen Germania Box-Club" versammeln (SPIEGEL 12/2016). Auf der anderen Seite formieren sich türkische Kurden in der Gruppierung "Bahoz", zu Deutsch: "Sturm". Bei einem Aufeinandertreffen der Gangs müsse "mit exzessiver Gewalt" und dem Einsatz scharfer Schusswaffen gerechnet werden, so das Landeskriminalamt.

Bereits im Frühjahr fielen die Banden im Stuttgarter Raum übereinander her. Nach Erkenntnissen der Polizei ist "Bahoz" in Teilen aus dem inzwischen verbotenen Rockerklub "Red Legion" hervorgegangen. Der wiederum war von Mitgliedern einer Jugendabteilung der als Terrororganisation verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK gegründet worden.

Auch in Hessen gab es schon Ausschreitungen von "Osmanen" und "Bahoz". Die Polizei stuft die Banden als "rockerähnlich" ein, weil sie in Struktur, Auftreten und Selbstverständnis Gangs wie den "Hells Angels" oder "Bandidos" ähneln. Allerdings fahren ihre Mitglieder nur selten Motorrad.

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insgesamt 27 Beiträge
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Seite 1
Zehetmaieropfer 12.08.2016
1. Politiker verharmlosen immer noch
Bei dieser Faktenlage ist es einfach nicht mehr zu fassen, wie die PolitikerInnen der im Bundestag vertretenen Parteien die Lage um die innere Sicherheit in Deutschland verharmlosen.
amelkreuzung 12.08.2016
2. die einzige Gewalt die es geben darf
ist die Staatsgewalt ! Greift härter durch verdammt! Zeigt jedem kriminellen Vereinigung was mit ihm passiert wenn er nur aufmuckt. Ansonsten sorgt für Frieden und Nettigkeit!
vox veritas 12.08.2016
3.
Zitat von amelkreuzungist die Staatsgewalt ! Greift härter durch verdammt! Zeigt jedem kriminellen Vereinigung was mit ihm passiert wenn er nur aufmuckt. Ansonsten sorgt für Frieden und Nettigkeit!
Diesem Anspruch kann der Staat als solches schon lange nicht mehr gerecht werden. Die Polizei wurde handlungsfähig gemacht (ebenso die Bundeswehr), die Nachrichtendienste werden naiverweise per Gesetz an die kurze Leine genommen und die Justiz besteht aus Sozialpädagogen. Unsere Politiker sind dabei, das Gewaltmonopol aufzukündigen ... einseitig. Die einzigen, die noch Gewalt anwenden dürfen, sind diejenigen, die auf der falschen Seite des Gesetzes stehen.
Bernd.Brincken 12.08.2016
4. Selten Motorrad
Die besagten Leute fahren nicht nur selten Motorrad, sie unterscheiden sich von den angestammten Rockerclubs auch dadurch, dass sie kaum an nachhaltigen Geschäften interessiert sind. Man hat in D weniger zu verlieren, man hat im Heimatland Strukturen und ein Rückzugsgebiet. In den Fällen mit doppelter Staatsbürgerschaft kann man ggf. die Vorteile der einen und der anderen Gesetzeslage und Rechtskultur gegeneinander ausspielen. Wenn Gesetze und Justiz so bleiben, dann wird das Thema im Zusammenhang mit der Flüchtlings-Welle und dem neuen türkischen Nationalismus noch .. interessant.
Havel Pavel 12.08.2016
5. Da kann einem ja angst und bange werden
Es ist schon erschütternd wenn die Politiker schon öffentlich verkünden, dass sie Angst vor Rockerbanden haben. Wie schwach soll denn Deutschland sich gegenüber Verbrechern und Gesetzlosen denn noch präsentieren. Wenn es so weitergeht mutiert dieses Land unweigerlich zum Verbrecherparadies, was sich sicherlich schon bald in Windeseile verbreiten wird und die Gangster aus aller Herren Länder nach Deutschland ziehen wird.
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