Baden-Württemberg Neonazi rast absichtlich in Menschenmenge

In Baden-Württemberg ist ein Streit zwischen Skinheads und Volksfestbesuchern eskaliert: Im Verlauf der Auseinandersetzung raste ein Rechtsradikaler mit einem Auto direkt in die Menschenmenge und verletzte drei Menschen. Er wurde festgenommen.

Haigerloch - In der Nacht zum Sonntag kam es gegen 3.30 Uhr in Haigerloch im Zollernalbkreis zu einem schweren Unfall: Der Polizei zufolge raste ein offenbar rechtsradikaler Mann mit einem Auto in eine Gruppe von Besuchern einer Tanzveranstaltung. Drei Menschen wurden verletzt.

Bei der Veranstaltung handelte es sich den Behörden zufolge um einen Showtanz einer Narrenzunft, die auch eine Gruppe Neonazis besucht haben soll. Ein halbes Dutzend Skinheads sollen mit 20 bis 30 weiteren Festbesuchern vor der Trillfinger Turn- und Festhalle gestanden und einzelne Personen provoziert haben. Es kam zu einem Streit, der in einer Massenschlägerei endete.

"Die aggressive Stimmung schaukelte sich hoch", sagte ein Polizeisprecher. Ein 22-jähriger Rechtsextremer soll sich in ein Auto gesetzt haben und direkt in die Gruppe hineingefahren sein. Drei Menschen wurden von dem Fahrzeug erfasst und zu Boden geschleudert. Sie erlitten Quetschungen und starke Prellungen. Der Angreifer flüchtete zunächst mit dem Pkw, kehrte aber kurz darauf zu Fuß zurück.

Anschließend entstand eine "wilde Schlägerei", die die Polizei nach eigenen Angaben "nur mit Mühe" auflösen konnte. Die Beamten nahmen den Autofahrer sowie weitere drei Männer und eine Frau im Alter zwischen 17 und 21 Jahren vorläufig fest. Alle Beteiligten waren angetrunken.

ala/dapd/dpa
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