Baden-Württemberg Polizei durchsucht 33 Wohnungen wegen Verbreitung von Kinderpornografie

In der Region Heilbronn sind Ermittler gegen Dutzende Nutzer von Kinderpornografie vorgegangen. Für Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl hat der Kampf gegen Missbrauchsabbildungen »absolute Priorität«.
Sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche gehöre »zu den widerwärtigsten Verbrechen, die man sich vorstellen kann«: Thomas Strobl (CDU)

Sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche gehöre »zu den widerwärtigsten Verbrechen, die man sich vorstellen kann«: Thomas Strobl (CDU)

Foto: Bernd Weissbrod / dpa

Bei einem groß angelegten Zugriff im Norden Baden-Württembergs hat die Polizei in der Region Heilbronn am Dienstag 33 Wohnungen durchsucht. Dabei identifizierten die Ermittler 42 Personen, die sich oder anderen Zugang zu Abbildungen schweren sexuellen Kindesmissbrauchs verschafft haben sollen. Festnahmen gab es der Polizei zufolge bislang nicht.

Mehr als 80 Polizistinnen und Polizisten waren an den Durchsuchungen beteiligt. Sie stellten zahlreiche Beweismittel – vor allem Smartphones, Computer und Speichermedien – sicher. Neun Beschuldigte traf die Polizei bei den Durchsuchungen zunächst nicht an. Die Ermittlungen insbesondere zur Auswertung des umfangreichen Beweismaterials dauern an.

Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) erklärte zu dem Einsatz, sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche gehöre »zu den widerwärtigsten Verbrechen, die man sich vorstellen kann«. Hier seien »die Schwächsten unserer Gesellschaft betroffen, die eigentlich den stärksten Schutz benötigen«.

»Der Kampf gegen Straftäterinnen und Straftäter, die derart abscheuliche Taten begehen, hat für mich daher absolute Priorität«, erklärte Strobl. An den Ermittlungen sind die Staatsanwaltschaften Mosbach, Heilbronn, Ellwangen sowie das Polizeipräsidium Heilbronn beteiligt.

Die Polizei geht in Deutschland seit Juli verstärkt gegen die Verbreitung von Missbrauchsabbildungen von Kindern vor. Durch eine Gesetzesverschärfung stellen die Verbreitung, der Erwerb sowie der Besitz von kinderpornografischen Inhalten seit dem 1. Juli einen Verbrechenstatbestand dar. Die Polizei empfiehlt, sich glaubhaft von entsprechenden Inhalten zu distanzieren, wenn man als Nutzer mit Kinderpornografie konfrontiert wird, und entsprechende Chats zu löschen.

kim/dpa/AFP