Baltimore Anklage gegen Polizisten im Fall Freddie Gray zurückgezogen

Weltweit hatte der Tod des Schwarzen Freddie Gray in Polizeigewahrsam für Aufsehen gesorgt. Nun hat die Staatsanwaltschaft die Anklage gegen die Polizisten fallengelassen.

Black-Lives-Matter-Protest in Baltimore (Archivbild)
AP

Black-Lives-Matter-Protest in Baltimore (Archivbild)


Im Fall des getöteten Schwarzen Freddie Gray hatte die Staatsanwaltschaft der US-Metropole Baltimore alle Anklagen gegen Polizeibeamte fallengelassen. Das berichten mehrere US-Medien wie der TV-Sender ABC News und die "Washington Post" übereinstimmend.

Zunächst waren sechs Polizeibeamte angeklagt worden. Vor rund einem Monat war der Polizist Caesar R. Goodson, in dessen Gewahrsam der Schwarze Freddie Gray im April 2015 lebensgefährlich verletzt wurde, vom Verdacht des Mordes mit bedingtem Vorsatz freigesprochen worden.

Vor Gericht war verhandelt worden, ob Goodson und fünf andere Polizisten schuldig an Grays Tod waren. Die Anklage gegen Goodson war dabei die schwerwiegendste. Der Prozess gegen einen anderen Polizisten, William Porter, war bereits im Dezember gescheitert, weil sich die Jury nicht auf ein Urteil einigen konnte. Der zweite Angeklagte, Edward Nero, wurde Ende Mai in allen Anklagepunkten freigesprochen.

Grays Tod hatte damals schwere Proteste in der mehrheitlich von Schwarzen bewohnten Metropole Baltimore ausgelöst.

msc/Reuters

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manicmecanic 27.07.2016
1. Rechtsstaat USA
Es ist also NIEMAND schuld daran wenn ein Bürger gesund festgenommen wird und kurz nach der Festnahme STIRBT wegen Verletzungen die ihm während dieser Maßnahme von BEAMTEN wie auch immer zugefügt wurden.Aber das ist ja bei uns kaum anders,Polizisten die hier mal eben einen völlig unschuldigen Rentner durch seine Hoteltür erschießen kommen auch ungestraft davon und tun weiter ihren Dienst als wenn nichts passiert wäre.
atherom 27.07.2016
2. Die USA sind ein Rechtsstaat, es ist unwahrscheinlich,
dass die Staatsanwaltschaft am Recht vorbei derartige Entscheidung fällt (zur Erinnerung: Staatsanwaltschaft ist weisungsbefugt. Aber nicht in den USA, sondern in Deutschland). Wissen Sie übrigens, dass 90% der in den USA getöteten Farbigen, von schwarzen Polizisten getötet wurden?
roughneckgermany 27.07.2016
3.
Die Rückenmarksverletzung kann durch das Schleifen über den Boden zum Bus verursacht worden sein. Es bleibt halt die Frage ob die Polizisten nicht wegen unverhältnismäßiger Gewaltanwendung (evtl. sogar mit Todesfolge je nach Autopsieergebnis) schuldig gesprochen und verurteilt werden. Zumindest (bei erwiesener Schuld) als symbolische Aktion.
ghanima23 28.07.2016
4.
Zitat von atheromdass die Staatsanwaltschaft am Recht vorbei derartige Entscheidung fällt (zur Erinnerung: Staatsanwaltschaft ist weisungsbefugt. Aber nicht in den USA, sondern in Deutschland). Wissen Sie übrigens, dass 90% der in den USA getöteten Farbigen, von schwarzen Polizisten getötet wurden?
Das ist eine ziemlich dreiste Lüge. 90% der in den USA getöteten Schwarzen wird von anderen Schwarzen, und nicht von der Polizei, getötet. In der Tat werden doppelt so viele Weisse wie Schwarze in den USA von der Polizei getötet, und das obwohl Schwarze für nahe 60% aller Gewaltverbrechen verantwortlich sind.
ghanima23 28.07.2016
5.
Die einzig relevante Frage ist doch, wann verliert die zuständige Staatsanwältin ihren Job und ihre Zulassung? Der Richter hat das bisher ziemlich klar auf den Punkt gebracht, dieser Unsinn hätte gar nie erst vor Gericht gebracht werden dürfen. Die Strafverfolgung durch die zuständige Staatsanwältin beruht bisher nicht auf Fakten sondern allein auf einer persönlichen, rassistischen Motivation. Dafür sollte in einem Rechtsstaat kein Platz sein.
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