US-Stadt Baltimore Polizist schießt auf 13-Jährigen mit Pistolenattrappe

In den USA hat ein Polizist auf einen Jugendlichen geschossen, weil er in dessen Händen eine Waffe vermutete. Tatsächlich handelte es sich bloß um ein Modell.


In der US-Ostküstenstadt Baltimore hat ein Polizist auf einen 13-Jährigen gefeuert, der eine Pistolenattrappe bei sich trug. Zwei Beamte hätten den Jugendlichen mit der Modellwaffe beobachtet, er sei daraufhin weggerannt, sagte Polizeichef Kevin Davis. Einer der Polizisten habe dann auf den 13-Jährigen geschossen.

"Wie sich herausgestellt hat, war es eine Nachbildung einer halbautomatischen Pistole", sagte Davis. "Die Polizisten konnten nicht wissen, dass es keine echte Waffe war. Es sah aus wie eine Waffe."

Das Opfer wurde verletzt in ein Krankenhaus gebracht, schwebte nach Angaben der Polizei aber nicht in Lebensgefahr. US-Medienberichten zufolge wurde der Jugendliche an einem Bein und Arm getroffen.

In Baltimore war vor einem Jahr der Afroamerikaner Freddie Gray in Polizeigewahrsam gestorben: Nach seiner Festnahme hatten Beamten den 25-Jährigen so übel traktiert, dass er ins Koma fiel und nicht mehr aufwachte. Sein Tod hatte tagelange Proteste und schwere Unruhen ausgelöst.

Der Prozess gegen den ersten der sechs angeklagten Polizisten in dem Fall platzte im Dezember, weil sich die Geschworenen nicht auf ein Urteil einigen konnten.

aar/dpa



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