"Ankerzentrum" in Bamberg 23-Jähriger nach Randale zu neuneinhalb Jahren Haft verurteilt

Zwei Männer müssen in Haft, einer in die Psychiatrie, ein vierter wurde freigesprochen: In Bamberg hat der Prozess wegen Ausschreitungen in einem "Ankerzentrum" geendet. Der Richter sprach von "sinnloser Gewalt".

Einsatzkräfte in der Nacht am "Ankerzentrum" in Bamberg
DPA

Einsatzkräfte in der Nacht am "Ankerzentrum" in Bamberg


Knapp ein Jahr nach der Randale im Bamberger "Ankerzentrum" ist einer der Haupttäter zu neuneinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Landgericht Bamberg sprach einen 23-jährigen eritreischen Asylbewerber der schweren Brandstiftung, gefährlichen Körperverletzung und des Angriffs auf Vollstreckungsbeamte für schuldig.

Für den zweiten Haupttäter ordnete die Kammer die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus an. Seine Steuerungsfähigkeit sei in Folge einer Wesensveränderung durch eine Störung des Gehirns und knapp zwei Promille Alkoholgehalt im Blut aufgehoben gewesen.

Die zwei Männer seien die Hauptagitatoren gewesen, sagte der Vorsitzende Richter Markus Reznik. Die Polizei habe die Tatnacht umfassend auf Video dokumentiert, deswegen seien die Straftaten gut nachzuweisen. "Die Aufnahmen lassen aber auch fassungslos werden, mit welcher sinnlosen Gewalt hier agiert wurde und in welcher Todesangst die Bewohner versucht haben, ihr Leben zu retten", sagte der Richter.

Ein dritter Angeklagter wurde wegen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte zu einem Jahr und neun Monaten HAft verurteilt. Der vierte Angeklagte wurde freigesprochen.

Die Männer aus Eritrea hatten nach Auffassung des Gerichts in der Nacht zum 11. Dezember vergangenen Jahres in der Aufnahmestation für Flüchtlinge nach einem Streit wegen zu lauter Musik Steine und Eisenstangen auf Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes und Polizeibeamte geworfen. Danach gingen mehrere Matratzen in Flammen auf. Durch das Feuer brannten eine Wohnung und der Dachstuhl des Gebäudes aus.

15 Menschen wurden verletzt, viele von ihnen erlitten Rauchgasverletzungen. Für einen Bewohner bestand laut Anklage damals Lebensgefahr. Insgesamt entstand ein Schaden von 135.000 Euro. Die Urteile sind teilweise noch nicht rechtskräftig.



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