Großrazzia gegen Rocker Tausend Polizisten durchsuchen Bandidos-Häuser

Erst ging es gegen die Hells Angels, jetzt trifft es den nächsten Rockerclub. Mit einem Großaufgebot von rund tausend Beamten geht die Polizei in Berlin und Brandenburg gegen die Bandidos vor, auch die GSG 9 ist im Einsatz. Ziel der Razzia: ein Schlag gegen Drogenhandel und Bandenkriminalität.

dapd

Berlin - Neue Großrazzia im Rockermilieu: Mit rund tausend Beamten ist die Polizei in Berlin und Brandenburg gegen die Bandidos im Einsatz. Bei der Aktion, die am Donnerstagmorgen um 5 Uhr begann, sollen 74 Wohnungen und von den Rockern genutzte Gebäude durchsucht werden, sagte ein Polizeisprecher. Schwerpunkt der Razzia ist ein Rockerclub im brandenburgischen Hennigsdorf bei Berlin. Dabei war unter anderem die Spezialeinheit GSG 9 im Einsatz. Bei der Aktion wurde ein Hund erschossen. Der Präsident des Clubs Bandidos del Este in Hennigsdorf ist nach Polizeiangaben ein ehemaliger Berliner Polizist.

Ziel sei es, gegen den organisierten Drogenhandel und die Bandenkriminalität vorzugehen. Sieben Haftbefehle seien vollstreckt worden, so der Sprecher. Zudem habe es weitere Festnahmen gegeben. An der Razzia waren den Angaben zufolge sowohl Polizisten aus Berlin und Brandenburg als auch aus anderen Bundesländern beteiligt, auch Drogenspürhunde wurden eingesetzt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt bereits seit 2011 gegen die Rocker.

In dem Hennigsdorfer Clubhaus wurden laut Polizei elf Personen angetroffen, gegen die aber kein Haftbefehl bestanden habe - darunter Präsident Thorsten S. Dieser sei jedoch in Handschellen abgeführt worden, um seine Personalien zu überprüfen. Das sei bei als gefährlich geltenden Personen nicht ungewöhnlich, so der Polizeisprecher. S. ist demnach wegen eines Raubüberfalls im Jahr 1997 vorbestraft.

Ein Hubschrauber kreiste am Morgen über dem Gelände des Clubs - ein großer Gebäudekomplex im Zentrum des Ortes. Die Beamten stellten Schusswaffen sicher. Ein Verbot gegen das Chapter werde nicht ausgesprochen, sagte der Polizeisprecher. Er betonte, dass der Einsatz bereits seit mehr als einem Monat geplant sei und nicht im Zusammenhang stehe mit Durchsuchungen und "dem Verbot eines anderen Rockerclubs". Gemeint sind damit die Hells Angels.

Serie von Razzien gegen Rockerbanden

Bereits Ende Mai war die Polizei in Berlin und Brandenburg gegen die mit den Bandidos verfeindeten Hells Angels vorgegangen, deren einflussreichste Gruppe in Berlin von Innensenator Frank Henkel (CDU) verboten wurde. Mehrere Mitglieder der Berliner Hells Angels und der verfeindeten Bandidos waren zuvor zu den Brandenburger Rockern übergelaufen.

Für Aufsehen hatte gesorgt, dass eine geplante Großrazzia gegen die Hells Angels in Berlin zuvor verraten worden war. Die Ortsgruppe löste sich vor der Razzia selbst auf und brachte Vermögen vor dem Zugriff in Sicherheit. Die Polizei ermittelt in den eigenen Reihen wegen Geheimnisverrats. Die mit dem Verbot verbundene Razzia in 30 Wohnungen und drei Lokalen blieb daher ohne große Erfolge. Die Beamten stellten acht Motorräder, verschiedene Hieb- und Stichwaffen und Mobiliar sicher.

In Potsdam war erst am Dienstagabend ein Vereinsheim der Hells Angels durchsucht worden. Dort war es die zweite Razzia binnen weniger Tage. Unter anderem wurden eine Machete, vier Einhandmesser und Pfefferspray beschlagnahmt.

Erst vor rund zwei Wochen hatte es eine der umfangreichsten Aktionen gegen die Hells Angels in Deutschland gegeben: Spezialkräfte der Polizei durchsuchten dabei Dutzende Wohnungen in Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Die GSG 9 stürmte damals das Anwesen von Rockerboss Frank Hanebuth bei Hannover.

wit/dpa/dapd

insgesamt 40 Beiträge
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pförtner 07.06.2012
1. Wurde auch Zeit
Hier wurde viel zu lange zugewartet.Es darf keine rechtsfreien Räume in der Gesellschaft geben!
kaishakunin 07.06.2012
2. ...
Gut so, alles was gegen organisierte Kriminalität geht ist gut. Die Polizei sollte das als harmlose Fingerübung sehen und danach mal RICHTIG Eier zeigen und gegen die gut organisierten, hochkriminellen libanesischen Familienbanden vorzugehen die sich in manchen Städten Deutschlands niedergelassen haben!
Join_Me 07.06.2012
3. naja
Zitat von sysopDPAErst ging es gegen die Hells Angels, jetzt trifft es einen anderen großen Rockerclub: Mit einem Großeinsatz von rund tausend Beamten geht die Polizei in Berlin und Brandenburg gegen die Bandidos vor. Ziel der Razzia soll ein Schlag gegen Drogenhandel und Bandenkriminalität sein. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,837437,00.html
Wenigstens werden die Steuergelder bei der Aktion nicht zu 100% verschwendet. Ich glaube, abgesehen von den 7 Haftbefehlen, welche Vollstreckt werden konnten, wird die Polizei nichts finden. Nachdem schon mindestens 2 Wochen Polizeiaktionen bei anderen "Rocker Clubs" durchgeführt wurden, haben die sicherlich alles belastende verbrannt. Wenn nicht, selber Schuld...
kuehtaya 07.06.2012
4. Ziel der Razzia
Zitat von sysopDPAErst ging es gegen die Hells Angels, jetzt trifft es einen anderen großen Rockerclub: Mit einem Großeinsatz von rund tausend Beamten geht die Polizei in Berlin und Brandenburg gegen die Bandidos vor. Ziel der Razzia soll ein Schlag gegen Drogenhandel und Bandenkriminalität sein. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,837437,00.html
Nein, Ziel der Razzia ist es, den nicht verfolgten arabischen Clans in Berlin, Kiel, Bremen und Hannover einen Vorsprung zu verschaffen. Wie man an der Schiesserei in Hannover sieht, scheint das zu gelingen. Qui bono?
SpitzensteuersatzZahler 07.06.2012
5.
Zitat von kuehtayaNein, Ziel der Razzia ist es, den nicht verfolgten arabischen Clans in Berlin, Kiel, Bremen und Hannover einen Vorsprung zu verschaffen. Wie man an der Schiesserei in Hannover sieht, scheint das zu gelingen. Qui bono?
Sie haben entweder eine ausgeprägte Paranoia oder verwechseln die Worte 'Ziel' und 'Folge'.
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