Bombenexplosion in Bangkok Polizei fahndet nach verdächtigem Türken

Die Polizei sucht nach einem Türken, der an den Explosionen in Bangkok beteiligt gewesen sein soll. Gegen ihn wurde Haftbefehl erlassen. Es ist das erste Mal, dass die Polizei sich zur Herkunft der Verdächtigen äußert.

Überwachungsvideo vom Tatort: Einer der Festgenommen soll der gesuchte Mann sein
AFP/Thai Police

Überwachungsvideo vom Tatort: Einer der Festgenommen soll der gesuchte Mann sein


Zwei Wochen nach der Bombenexplosion in Bangkok meldet die thailändische Polizei weitere Ermittlungserfolge. Bei einem Verdächtigen handle es sich um einen Türken, teilten die Ermittler mit. Gegen ihn sei Haftbefahl erlassen worden. Es ist das erste Mal, dass sich die Polizei zu der Nationalität eines Verdächtigen äußert.

Im Zusammenhang mit dem Anschlag hatte es bereits mehrere Festnahmen und Verdächtige gegeben. In der vergangenen Woche hatte die Polizei bei einer Razzia im Norden Bangkoks einen Mann aufgegriffen. Bei ihm soll es sich um einen Hintermann des Attentats handeln.

Am Dienstag nahm die Polizei an der Grenze zu Kambodscha einen weiteren Verdächtigen fest. Der Ausländer soll nach Einschätzung der Ermittler direkt an der Tat beteiligt gewesen sein. Die Polizei hält ihn demnach für den Mann mit dem gelben T-Shirt, den eine Überwachungskamera kurz vor der Bombenexplosion am Tatort gefilmt hatte. Er hatte dort einen Rucksack an einer Bank abgestellt und war gegangen. Die Polizei vermutet, dass sich darin der Sprengsatz befand.

Bei dem Attentat am Erawan-Schrein in einem belebten Einkaufsviertel waren am 17. August zwanzig Menschen getötet und 123 weitere verletzt worden. Insgesamt sucht die Polizei nun nach sechs Verdächtigen, darunter eine jungen Thailänderin. Die Hintergründe der Tat sind weiterhin unklar. Mit der zweiten Festnahme und dem weiteren Haftbefehl verdichten sich die Hinweise, dass der Anschlag einen uigurisch-türkischen Hintergrund hat.

Thailand hatte im Juli rund 100 illegal eingereiste Uiguren gegen ihren Willen nach China abgeschoben. Uiguren werden nach Angaben von Menschenrechtlern in China verfolgt. Die Türkei hat zahlreichen Uiguren Zuflucht gewährt. Nach der Abschiebung warfen wütende Türken am thailändischen Konsulat in Istanbul Scheiben ein.

brk/dpa/AP/Reuters

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.