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18. August 2015, 21:31 Uhr

Bombenanschläge in Bangkok

Bauart der Bomben deutet auf dieselben Täter hin

Die Polizei in Bangkok geht davon aus, dass beide Bomben in der thailändischen Hauptstadt von denselben Tätern gezündet wurden. Darauf deute die Bauart der Sprengsätze hin.

Die beiden jüngsten Sprengstoffanschläge in der thailändischen Hauptstadt Bangkok gehen nach Ermittlungen der örtlichen Polizei auf dieselben Angreifer zurück.

Untersuchungen der Bombenüberreste deuteten darauf hin, dass die Sprengsätze von denselben Tätern hergestellt worden seien, sagte Polizeichef Somyot Poompanmoung am Dienstag nach Angaben der Zeitung "Bangkok Post". In beiden Sprengkörpern seien Spuren von TNT gefunden worden, das mit einem Zeitzünder versehen in ein Rohr gestopft worden war.

Am Montagabend waren bei dem ersten Anschlag im Zentrum Bangkoks 20 Menschen ums Leben gekommen und 125 verletzt worden. Ein zweiter Sprengsatz verfehlte am Dienstag sein Ziel und detonierte in einem Fluss. Niemand wurde verletzt.

Die Hintergründe der Anschläge sind weiterhin unklar. Somyot geht laut eigener Aussage davon aus, dass mehr als eine Person für die Taten verantwortlich ist und sowohl Thailänder als auch Ausländer beteiligt waren.

Nach Einschätzung der Armee trägt der Anschlag nicht die Handschrift der muslimischen Rebellen im Süden des Landes. Armeechef Udomdej Sitabutr sagte in einem Fernsehinterview, die Vorgehensweise und die Bauweise des Sprengsatzes passten nicht zu den Separatisten, die die Armee seit Jahren bekämpft.

Einen Verdächtigen aber gibt es. Nach Angaben der Polizei wird nach einem Mann gefahndet, der ein gelbes T-Shirt und einen Rucksack trug und sich zur fraglichen Zeit am Tatort aufhielt. Er ist auf Aufnahmen von Überwachungskameras zu sehen.

Der Polizeichef bestätigte dem Zeitungsbericht zufolge, dass am Flughafen Suvarnabhumi kurzzeitig ein Ausländer von der Polizei festgehalten wurde, der dem jungen Mann ähnelt, der auf Bildern aus einer Überwachungskamera in der Nähe des ersten Anschlagsorts zu sehen war. Seine Identität werde jetzt geprüft, hieß es. Er dürfe das Land zunächst nicht verlassen.

sun/dpa

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